Er teilt sich den Preis mit Peter Herrmann , Produzent von "Wüstenblume". Gleich zweimal wurde Michael "Bully" Herbig für "Wickie und die starken Männer" geehrt - mit dem Publikumspreis und dem Preis für den besten Familienfilm. Beste Darstellerin wurde Barbara Sukowa ("Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen"), bester Darsteller Mark Waschke ("Habermann").
"Filme sind wie kleine Kinder. Man sieht sie aufwachsen, steckt so viel Leidenschaft und Herzblut rein", freute sich Güntsche über die Anerkennung. Er hat nicht nur den Produzentenpart übernommen, sondern auch das Drehbuch von "Der große Kater" geschrieben. Der Film lehnt sich an den gleichnamigen Roman des Schweizer Schriftstellers Thomas Hürlimann an und erzählt die wahre Geschichte eines früheren Schweizer Bundespräsidenten, der während eines Besuches des spanischen Königspaares Opfer einer Intrige werden soll. "Eine Achterbahn der Gefühle und sehr ergreifend" sei das Epos, so Güntsche, "eine Geschichte, die hoch aktuell ist". In der Hauptrolle ist Bruno Ganz zu sehen. Wie Güntsche ihn gewinnen konnte? "Nach der Darstellung Hitlers hatte er wohl Sehnsucht nach einer Rolle, die ihn nicht mehr so festlegt. Außerdem ist Ganz Schweizer, daher war die Rolle für ihn sicherlich im doppelten Sinne interessant. Er ist einmalig, ein riesiges Zugpferd." In weiteren Rollen sind ebenfalls Top-Schauspieler zu sehen: Ulrich Tukur , Marie Bäumer , Christiane Paul , Edgar Selge und Justus von Dohnanyi.
Güntsche, der mit Anna von Schilcher verheiratet und Vater von drei Kindern ist, legte nach dem Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film eine glänzende Karriere hin. Als Geschäftsführer der "Neue Bioskop Film Produktions & Vertriebs GmbH" zeichnete er verantwortlich für die Erfolgs-Produktionen "Der alte Affe Angst", "Die Unbeugsamen", "Das wilde Leben", "Phantomschmerz" oder "Fliegende Fische". Angefangen hat alles in Berlin. "Ich war ein guter Tennisspieler und im gleichen Verein wie Horst Wendlandt. Als ich so 16 Jahre alt war, rief regelmäßig Wendlandts Büro an, um mich zu fragen, ob ich mit dem Chef Bälle schlagen wolle." Daraus entwickelten sich eine Freundschaft zur Produzenten-Legende und eine Affinität fürs Filmgeschäft. Seit 1996 lebt Güntsche in München. "Aber ich bin im Herzen immer Berliner geblieben", sagt er.

