"Wir sind aus Oberhausen hierher gezogen, wohnen in Charlottenburg. Nach Jahren des Zusammenlebens in Städten, die durch meine Engagements bestimmt wurden, ist Berlin ein Lebensort, wo auch mein Mann beruflich und in den Freundeskreis eingebunden ist."

In Katharina Thalbachs Inszenierung von Shakespeares "Wie es euch gefällt" mit ausschließlich weiblichen Darstellerinnen spielt Stella Maria Adorf alternierend mit Andreja Schneider die drei Rollen "Herzog Frederick", "Herzog Senior" und "Corin". Ihre nächsten Auftritte sind morgen Abend sowie am 4., 26. und 27. Februar. "Ich spiele drei Männerrollen, fühle mich sehr wohl. Denn in den seltensten Fällen bekommen Frauen die Möglichkeit, Männerrollen zu spielen. Das ist eine großartige Erfahrung und macht viel Spaß. Katharina Thalbach ist eine sehr inspirierende und anregende Regisseurin", schwärmt sie.

Theater ist "die Basis meiner Arbeit. Das Schöne: Der Kontakt mit dem Publikum, der gemeinsam erlebte Moment. Das Traurige: Theater ist wie eine schöne Seifenblase, die leider am Ende zerplatzt. Es bleibt nichts übrig. Im Film ist das anders. Er ist auch noch nach Jahrzehnten so zu sehen, wie ihn der Regisseur fertiggestellt hat."

Schon als kleines Kind stand sie vor der Kamera, erinnert sich: "Da war ich fünf Jahre alt, spielte in dem Film meines Onkels Michael Verhoeven, ,Der Bettenstudent', mit dem damals 17-jährigen Christof Wackernagel." Ihre Mutter, die auch Regie führt, zog die Tochter allein groß. "Nach der Scheidung von meinem Vater, ich war sechs Monate alt, hatte sie zunächst keinen neuen Lebensgefährten. Erst seit einigen Jahren lebt sie wieder mit einem Partner zusammen."

Stella Maria Adorf ist seit 1997 mit dem Bühnenbildner Alfred Peter verheiratet, das Paar hat den fünfjährigen Sohn Julius. Kennen gelernt haben sich beide 1991 in München. "Eine Freundin von mir war Alfreds Studienkollegin, stellte uns einander vor. Es war Liebe auf den ersten Blick." Besonders wichtig in der Partnerschaft ist ihr, "dass man viel miteinander redet, auch dem anderen zuhört und seine Bedürfnisse wahrnimmt."

Zu ihrem berühmten Vater hat sie inzwischen "ein sehr entspanntes" Verhältnis: " Ich bin ein wesentlich sesshafterer Charakter als er. Die Realität in der Kindheit war: Mein Vater war nicht da. Er hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er kein so großer Familienmensch ist und nicht unbedingt Kinder haben wollte. Doch der Kontakt war nie abgebrochen. Heute treffen wir uns meistens in Berlin, gehen zusammen essen. Und er beschäftigt sich liebevoll mit seinem Enkel."

Gemeinsame Vater-Tochter-Projekte waren eine Lesung mit Texten von Alfred und Judith Kerr, sowie das Wittenbrink-Programm "Da Capo, Mario!" zu Adorfs 75. Geburtstag. Ab Mitte Februar probt Stella Maria Adorf unter der Regie von Freo Majer und zwei Sängerinnen und Schauspielerinnen das Karl-Valentin-Programm "Der Regen, die Fliege, Mariechen".