"Wenn ich in Berlin bin, kehre ich - so kurz mein Aufenthalt auch sein mag - nie ohne einen Besuch am Gendarmenmarkt zurück", sagte gestern Hertha Rühmann (81), die Witwe des großen Schauspielers Heinz Rühmann, bei der Vorstellung ihres Buches "Meine Jahre mit Heinz"( Langen Müller, 250 Seiten, 19,90 Euro) im Filmmuseum am Potsdamer Platz.
Was hat es mit dem Gendarmenmarkt auf sich? Hertha Rühmann: "Dort drehte er 1993 in Wim Wenders Film ,Der Himmel über Berlin' als Berliner Taxifahrer die allerletzte Filmszene seines Lebens. Mit dem Drehort Berlin erfüllte sich für ihn ein Herzenswunsch." Auch sie selbst verbindet mit der Hauptstadt viel Persönliches.
"Hier habe ich 1944 meinen ersten Mann, den Verleger Willy Droemer, geheiratet. Es war mitten im Krieg, kaufen konnte man damals so gut wie nichts, schon gar kein weißes Brautkleid", erinnert sie sich und beschreibt im Buch auf Seite 12 einen merkwürdigen Zufall - wenn man an ihre spätere Ehe mit Rühmann denkt: "Durch Beziehungen zu den Babelsberger Filmateliers bekam ich mein Traumkleid. Im Fundus befand sich ein weißes Brautkleid, das seinerzeit für die Filmbraut Hertha Feiler angefertigt worden war. Es mußte nur unwesentlich für mich abgeändert werden."
Hertha Feiler war bekanntlich Rühmanns zweite Ehefrau und mit ihm verheiratet, als sich Hertha Droemer und Heinz Rühmann Mitte der 60er Jahre bei einer privaten Einladung zum ersten Mal begegneten. "Er setzte sich zielstrebig in den freien Sessel neben mich, und im Nu waren wir in ein längeres Gespräch vertieft."
Doch von Liebe war noch nicht die Rede. Erst 1971, ein Jahr nach dem Tod von Hertha Feiler, rief Heinz Rühmann bei Hertha Droemer an.
Das Glück begann mit einer Einladung zu einem Alpenrundflug im Sportflugzeug - mit Rühmann am Steuerknüppel, versteht sich. 1974 hat das Paar geheiratet. 20 Jahre später starb er. "Es war eine wunderbare Zeit."
Nur lange Fernsehabende oder Partys mit Rühmann gab es nicht. "Er ging immer zeitig ins Bett, zwischen 21 und 22 Uhr, und er wollte mich immer dabei haben. Da mußte ich mich erst mal aus Liebe umgewöhnen", sagte Hertha Rühmann schmunzelnd, die das Buch mit der Hand geschrieben hat (ohne Co-Autor oder Ghostwriter).
Barbara Jänichen


