Als Schauspieler ist er ein vielfach ausgezeichneter Star, als Familienmensch fühlt sich Mario Adorf nicht besonders erfolgreich. "Ich habe zwar immer versucht, mich um meine Tochter und meinen Enkelsohn zu kümmern. Aber ganz offensichtlich hat das nicht gelangt für einen dauerhaften, festen Familienzusammenhalt", sagte Adorf ("Rossini") dem TV-Magazin Gong. Adorf hat einen Enkel, einen zwölfjährigen Jungen, durch seine Tochter Stella Maria aus seiner ersten, kurzen Ehe mit Lis Verhoeven Mitte der 60er Jahre (zuvor war der Schauspieler mit Dunja Rajter liiert gewesen). Adorfs Tochter Stella lebt in Berlin. "Ich muss leider zugeben, dass mir die Rolle als Opa nicht so gut liegt", so Adorf. "Ich habe bereits meine Vaterrolle nicht mit besonderer Bravour bestanden."
Adorf, der in München lebt und den Sommer bevorzugt in Südfrankreich verbringt, ist seit 1985 mit der Boutique-Besitzerin Monique Faye verheiratet. "Meine jetzige Frau und ich haben keine Kinder. Wir genießen unser Lebens auch so, lieben unsere Unabhängigkeit", sagt Adorf, der seinen internationalen Durchbruch als Filmschauspieler 1957 mit "Nachts, wenn der Teufel kam" schaffte. Adorf über seine Profession: "Ich habe noch nie eine Rolle nur des Geldes wegen angenommen. Darauf bin ich stolz." Seine nächster großer Part: Adorf ist ab dem 23. April als Gegenspieler von Iris Berben im ZDF-Dreiteiler "Rosa Roth - Der Tag wird kommen" zu sehen. "Ich spiele das erste Mal mit Iris Berben, einer langjährigen Freundin. Wir kennen uns schon seit Jahrzehnten aus dem guten, alten München, habe aber noch nie zusammen gearbeitet, außer bei Lesungen." Im vergangenen Jahr hatte Adorf mit Iris Berben eine Hörspielreihe zum 150. Geburtstag des irischen Dramatikers George Bernhard Shaw produziert.
Über den Fernseh-Dreh für das "Rosa Roth"-Spezial mit Iris Berben sagt Adorf charmant: "Eigentlich hätte ich mir für unser Debüt vor der Kamera eher eine Beziehungsgeschichte gewünscht. Ich wäre lieber ihr Partner als ihr Gegner gewesen."
Anja Popovic

