München - So offen hat sich Joachim Fuchsberger noch nie in sein Seelenleben schauen lassen. Der große Schauspieler, der am 11. März in Bayern seinen 80. Geburtstag feiert, seit 53 Jahren mit Ehefrau Gundula verheiratet ist und an seinen Memoiren schreibt, gibt verblüffend ehrliche Details aus seinem Privatleben preis.

Über Seitensprünge : "Ich war permanent in Versuchung. Ich habe schließlich mit den schönsten Frauen gearbeitet, die man sich vorstellen kann. Senta Berger , Karin Dor, die wundervolle Grit Boettcher , Romy Schneider. Ich hätte bei allen schwach werden können. Bei allen", sagte "Blacky" Fuchsberger der BamS.

Über seine eheliche Treue : "Mit dem Wort Treue hab ich meine Schwierigkeiten. Es war die Angst. Angst vor dem Verlust. Ich habe abgewogen: Was krieg ich dafür, was muss ich hergeben. Die Erfüllung einer schnellen Befriedigung kann nie an das herankommen, was ich aufgebe!"

Über seinen Ehe-Trick : "Unser Krisenmanagement besteht darin, dass wir uns niemals getrennt haben. Gundel war immer mit auf Reisen. Wenn ein Produzent gesagt hat: Ihre Frau können sie diesmal nicht mitbringen, hab ich den Film nicht gemacht."

Über seine Schwächen : "Was ich für dichterische Freiheit halte, bezeichnet meine Frau als Lüge. Sie sagt, wenn sie Geschichten erzählt, sind sie wahr und kürzer."

Über seine Krankheiten : "Ich nehme jeden Tag elf Tabletten. Bevor ich morgens ein Stück Brot esse, bin ich schon satt von dem Zeug. Meine Hüftgelenke sind in Ordnung, das ist Muskelschwund. Gehe ich aus, brauche ich einen Stock. Jetzt hat mich auch noch der Drehschwindel erwischt. Wenn ich keinen Stock dabei habe, falle ich um. Kürzlich bin ich zu Hause die Treppe runtergestürzt."

Über Seniorenresidenzen : "Das kommt nicht infrage. Wir hängen zu sehr an unserem Haus."

Über den Tod : "Wenn meine Frau vor mir stirbt, weiß ich, das überlebe ich nicht lange. Ich würde unter Umständen auch aktiv etwas dazutun. Pillen oder Ähnliches. Ich würde nicht lange leben. Ich würde beispielsweise sofort wieder exzessiv das Rauchen beginnen. Paul May hat sich nach dem Tod seiner Frau totgesoffen und totgeraucht. Mit Vorsatz. Das wäre eine Möglichkeit."

Über das Alter : "Der Wert des Lebens verdichtet sich im Alter. Es bleibt immer weniger übrig, wofür es sich zu leben lohnt."

Franziska v. Mutius