Vor sieben Jahren verzichtete der einflussreiche parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Helmut Fechner, auf eine erneute Kandidatur für das Abgeordnetenhaus. Und vor nunmehr fast drei Jahren, im Dezember 1999, legte er das Amt des SPD-Kreisvorsitzenden von Treptow nieder. Damit hat er sich zwar vom Alltagsstress des Berufspolitikers verabschiedet. Aber die Politik, zu der er erst 1989 als Mitgründer der Ost-SPD Zugang fand, hat ihn längst nicht losgelassen. Das zeigte sich jetzt im Bundestagswahlkampf, als Fechner Werbematerial für den dann wieder erfolgreichen Treptow-Köpenicker SPD-Direktkandidaten Siegfried Scheffler verteilte und ihn auch sonst unterstützte. «Ich wollte», sagt der 67-Jährige, «damit den PDS-Bewerber, einen Altkommunisten aus dem Westen, verhindern.»

Der freiwillige Einsatz Helmut Fechners ist gleichwohl bemerkenswert. Gehörte er doch im Januar zu den zwölf Ex-SPD-Funktionären aus dem Ostteil, die aus Protest gegen einen rot-roten Senat ihre Partei verließen. Seitdem hätten Landesregierung und SPD-Spitze mit vielen Entscheidungen dazu beigetragen, dass er den Austritt nicht bereut, konstatiert Fechner. «Ich nenne nur die erneuerte Ehrenbürgerschaft für den kurzzeitigen Sowjet-Stadtkommandanten Bersarin, die Louise-Schroeder-Medaille für die Autorin Daniela Dahn und das Luxemburg-Denkmal an der PDS-Zentrale».

In Baumschulenweg hat der einstige Abteilungsleiter der DDR-Computer-Firma Robotron in einer normalen Mietwohnung sein Zuhause. «Ich bin von Frauen umgeben», sagt er schmunzelnd. Denn die beiden Töchter und deren Nachwuchs, die Enkelinnen Alexandra (14) und Anina (13), wohnen ganz in der Nähe. Er versichert: «Die Großvater-Rolle macht mir viel Spaß.»