Die neben Madonna wohl profilierteste Pop-Künstlerin unserer Zeit, Björk , kam gestern nach Berlin, um am Abend in der Arena ihr einziges Deutschland-Konzert außerhalb eines Festivals zu spielen.
Auch in puncto Umtriebigkeit und Exzentrik steht die zierliche Isländerin der US-Kult-Ikone, für die sie 1994 sogar einen Song schrieb, in nichts nach. Wie Madonna arbeitete sie mit Innovatoren aus Pop und Jazz ( Deodato , Nellee Hooper , Goldie ) zusammen, wie Madonna spielt sie mit (Ver-)Kleidung und Image.
Von Konzert-Veranstalter und Plattenfirma verlautete gestern lediglich, dass Björk "bestimmt zum Soundcheck um 15 Uhr" in der Konzerthalle erscheinen werde. Ihren Verbleib und den Zeitpunkt ihrer Ankunft in Berlin kannte indes nur ihr Management. "Wenn irgendetwas nach außen dringt," so Bernd Hofmann , Chef der Konzertproduzenten "Die Veranstalter", "gibt es Stress mit Björk. Und mit Björk will keiner Stress."
Denn die 37-jährige Isländerin kann nerven. Als sie etwa 1999 nach mehrmonatigem Drängen des dänischen Dogma-Regisseurs Lars von Trier eingewilligt hatte, die Rolle der "Selma" in "Dancer in the Dark" zu übernehmen, weigerte sie sich bald, dessen Vorstellungen zur Filmfigur anzunehmen. "Ich merkte, dass ich Selma besser kannte als Lars", gab sie zu Protokoll. "Ich musste sie verteidigen. Am Ende belohnte der Erfolg beide: Der Film wurde im Jahr 2000 in Cannes mit der "Goldenen Palme" ausgezeichnet und Björk zur "Besten Schauspielerin" gekürt.
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