Als Sekretärin bin ich täglich mit der neuen Rechtschreibung konfrontiert. Trotz größter Bemühungen gelingt es mir nicht, die neue Rechtschreibung zu durchschauen. Wie soll man das auch, wenn selbst in verschiedenen Wörterbüchern unterschiedliche Schreibweisen als richtig gelten.

Nicht selten gelten zwei Schreibweisen als korrekt. Es ist nicht verwunderlich, dass die Schüler, und nicht nur sie, mehr Fehler machen als vor der Reform. Das kann man überall beobachten, und man kann es niemandem verübeln. Schuld sind die "Macher" der Reform und die Politik, die dieser einfach zustimmte, ohne sich jemals damit auseinandergesetzt zu haben. Zuerst gab es die Reform; man versuchte, die neuen Regeln zu verstehen, die aber zum großen Teil völlig unlogisch waren (Getrennt- und Auseinanderschreibung). Dann gab es die Reform der Reform, die einen verunsicherte. Ich frage mich, wer da noch durchsehen soll. Man möchte es auch gar nicht mehr, es ist zwecklos. Nicht zu reden von dem verschwendeten Geld, das allemal sinnvoller hätte eingesetzt werden können. Die Rücknahme der Reform ist mehr als überfällig.

Viola Nanke, Mitte

Wir schrieben noch recht, als die alte Rechtschreibung galt. Übereifrige Neuerer haben uns eine neue Rechtschreibung beschert, die uns in die Schlechtschreibung geführt hat. Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen und findet keinen Weg nach draußen. Was neu ist, muss weder besser noch gut sein.

Hans Kügler, per E-Mail

Bereits am 14. Juli 2006 erschien in der Berliner Morgenpost der Artikel: "Schreibreform: Mehr Fehler als je zuvor". Zu diesem Thema hatte ich mich mit dem nachstehenden Brief an Sie gewandt. "Nicht nur Schüler, sondern rechtschreibschwache Menschen jeden Alters werden weiter schreiben, was die Feder hergibt. Verunsichert werden jedoch die, die bis zur Rechtschreibreform sattelfest in der Rechtschreibung waren. Mit anderen Worten: Jetzt können sich nur noch die wenigsten schriftlich korrekt ausdrücken. Im Übrigen ist die Rechtschreibreform für mich an allen Ecken und Enden unverständlich: Was hat beispielsweise "behände" (vorher "behende") mit der Hand zu tun? Es soll zum Ausdruck gebracht werden, wie rasch, flink und geschwind jemand ist, und das nicht nur mit den Händen, sondern auch mit dem Kopf, den Beinen und Füßen. Wenn sich die Experten jedoch zu solch unglaublichen Gedankensprüngen hinreißen ließen, hätten sie konsequenterweise auch den Begriff "Eltern" einer neuen Schreibweise unterziehen müssen, und zwar in "Ältern". Das wäre noch nachvollziehbar gewesen, denn die sind ihren Kindern immer einige Jahre voraus. Wer vorher nicht wusste, wann "das" oder "daß" angesagt ist, dem wird "dass" auch nicht die ersehnte Erleuchtung bringen. Entgegen jeder Vernunft ist die unsinnige Rechtschreibung verbindlich. Nutznießer sind leider nur die hoch bezahlten Experten."

Margret Claes, per E-Mail

Keine wirklich unbeschwerte Zeit

Zum Artikel: "Schweinegrippe: Es wird Tote geben" vom 7. August

Es geht nichts über eine gute Schlagzeile, vor allem, wenn sie der Wahrheit entspricht. Sie sagen in Ihrer Berichterstattung nie etwas Falsches, aber können Sie sich vorstellen, wie man sich als Schwangere oder chronisch Kranker in diesen Zeiten fühlt? Natürlich möchte man informiert sein, aber ich als Schwangere habe ja gerade die Wahl zwischen Pest (eben Schweinegrippe eventuell irgendwann bekommen) oder Cholera (Impfung mit ungewissem Risiko in Anspruch nehmen, aber wann?). Eins steht in jedem Fall fest: Unbeschwert ist diese Zeit für niemanden.

Nicole Köppe, Steglitz

Wann wird in der Diskussion darüber, wer die Schutzimpfungen bezahlen muss, endlich einmal die Frage nach dem Verursacher gestellt? Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit stammen die Schweinegrippeviren aus der Massentierhaltung ("Report Mainz" vom 4. Mai 2009). Verursacher sind demnach die Fleischindustrie und die Konsumenten, sprich die Fleischesser. Also würde es mit Erhöhung der Krankenkassenbeiträge größtenteils die Richtigen treffen, aber eben auch jede Menge Vegetarier und Veganer, die dies überhaupt nicht mit verursacht haben. Als Fleischesser sollte man sich zudem nicht so sicher sein, dass man sich durch die Errungenschaften der Pharmaindustrie auf Dauer vor den Auswirkungen seines eigenen Handelns schützen kann. "Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt wieder auf den Menschen zurück", wusste bereits der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras.

Stephanie J. Goldbach, Charlottenburg

Es handelt sich zweifelsfrei um eine lebensbedrohliche Erkrankung, und deshalb ist die Diskussion um die Bezahlung völlig daneben. Krankenkassen behaupten doch noch immer, dass sie jede medizinisch notwendige Maßnahme bezahlen, und können das jetzt einmal eindrucksvoll beweisen. Nun wollen sie aber von allen Versicherten mehr Geld, aber nur jeder Dritte kann eine Impfung erhalten. Die Impfung ist aber nur einmalig, warum dann jeden Monat mehr bezahlen? Wenn man sich mit der Schweinegrippe nun höhere Beiträge erschleichen will, dann hat aber im Gegenzug auch jeder Versicherte einen Anspruch auf die Impfung. Und wenn die "Risikogruppen" die Impfung kostenlos erhalten, will man ihren Beitrag dann nicht erhöhen? Oder werden sie als Versuchskaninchen missbraucht, um an ihnen die noch unbekannten Nebenwirkungen zu erforschen.

Karin Härtel, per E-Mail

Eher Bearbeitungsstau als Klageflut

Zum Artikel: "In Sozialgericht so viele Hartz-IV-Klagen wie noch nie" vom 6. August

Das sind immer tolle Schlagzeilen wie etwa: "Hartz-IV-Klageflut". Seltsam ist dabei nur, dass die Zahl der Klagen gegenüber den Klagen der damaligen Sozialhilfe gar nicht gestiegen ist. Damals hat man nur nicht so groß über die Zahl der Sozialhilfe-Klagen berichtet. Nun sind andere Richter für die Fälle zuständig, von denen gibt es zu wenig - dadurch entsteht dieser Bearbeitungsrückstau und in der Bevölkerung der Eindruck, dass die Anzahl der Klagen an der Unzulänglichkeit der Hartz-IV-Gesetzgebung liegt, was aber im Vergleich zu den damaligen Klagen gegen das Bundessozialhilfegesetz nicht stimmt.

Iris Peters, per E-Mail

Alle Beteiligten haben versagt

Zum Artikel: "Jennifer kommt in Therapiezentrum" vom 2. August

In Ihrer Berichterstattung zu dem vernachlässigten Kind in der Uckermark haben Sie mein Empfinden der Betroffenheit und Trauer sehr gut getroffen. Für mich haben alle Beteiligten versagt: die selbstgefälligen Jugendämter, die Schulen und die Kommunalbehörden. Zur Schulpflicht fällt mir der Vergleich mit den oft sehr jung wirkenden Autoscheibenputzern in Berlin ein. Unterliegen diese nicht der Schulpflicht? Doch niemand kümmert sich darum. Ich beobachte oft Polizisten, die solche Straßen überqueren, ohne die Putzer zu behelligen.

Willy Hentges, Moabit