Formatwechsel

„Tatort“: RBB tauscht die Berliner Kommissare aus

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Peter Zander

Was ist nur mit dem „Tatort“ los? Eben noch galt das Format als Königsdisziplin des deutschen Fernsehens, das selbst einen Til Schweiger anzog, und die Quoten zogen noch mal kräftig an.

Da gibt es jetzt plötzlich ein Wegsterben eingespielter Duos. Erst wollte Nina Kunzendorf nicht mehr, dann schmiss auch Joachim Król hin, der Frankfurter „Tatort“ darf sich noch mal neu erfinden. Und jetzt trifft es auch die Berliner Dominic Raake und Boris Aljinovic alias Ritter und Stark. Nur haben die nicht selbst die Dienstmarke abgegeben. Der RBB teilte am Montag mit, dass ab 2015 neue Kommissare in der Hauptstadt ermitteln sollen. Die bisherigen Stars „sollen nicht als Berliner Polizeibeamte in Rente gehen“, so RBB-Programmdirektorin Claudia Nothelle: „So gut und vertrauensvoll die Zusammenarbeit war und ist, so einig sind wir uns, neue Wege einzuschlagen.“

Nothelle war gestern, ebenso wie Raacke, im Urlaub. Es scheint, als habe man die Presseerklärung absichtlich zu diesem Zeitpunkt herausgegeben. Immerhin, betont RBB-Pressesprecher Justus Demmer, sei alles im Einvernehmen mit den Schauspielern geschehen. Der Impuls ging klar vom Sender aus. Und man wollte einen Schritt nach dem anderen gehen: Also erst mit den Darstellern sprechen, dann an die Öffentlichkeit gehen. Und danach die Suche nach neuen Ermittlern starten: „Keine Sekunde sollte das Gefühl entstehen, wir wollten sie loswerden oder übergehen.“

Vor über zwei Jahren schien der Berliner „Tatort“ in einer Krise zu stecken, das Tief aber wurde in der jüngsten Zeit überwunden und mit neuen Rekord-Quoten belohnt. Für den RBB offenbar der ideale Zeitpunkt, um mit Anstand Schluss zu machen. Raacke spielt seit 1999 im Berliner „Tatort“, Aljinovic kam zwei Jahre später dazu. Zusammen haben sie bislang 29 Fälle zusammen gelöst. Nummer 30, „Großer schwarzer Vogel“, wird am 16. Februar gesendet, dann wird noch eine allerletzte Folge gedreht.

Die Schauspieler scheinen nicht verprellt. „Die Entscheidung des RBB, den Berliner ‚Tatort‘ neu aufzustellen, finde ich gut und völlig richtig“, ließ Raacke aus seinem Urlaub verlauten. „Der Erfolg des ‚Tatorts‘ ist, dass er sich in über 40 Jahren immer wieder verändert und erneuert hat.“ Das Gleiche, fügte er hinzu, „gilt für eine Schauspielerkarriere.“ Auch ljinovic kann „den Wunsch des RBB nach Veränderung nachvollziehen“, ja er „hätte in des Senders Verantwortung vermutlich bald eine ähnliche Entscheidung getroffen.“ Wer die neuen Ermittler sein sollen, ob es wieder ein Duo wird oder gar ein größeres Team, das soll jetzt in aller Ruhe bis Ende des Jahres besprochen werden.