Film

Berlinale: Deutscher Regienachwuchs ist stark vertreten

Der deutsche Regienachwuchs ist bei der diesjährigen Berlinale (7.-17. Feburar) stark vertreten.

Das schlägt sich in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“, die sich den Filmemachern von morgen widmet, deutlich nieder. Der Eröffnungsfilm „Freier Fall“ stammt von dem Berliner Stephan Lacant: eine Dreiecksgeschichte zwischen einem Polizisten (Hanno Kofler), seiner schwangeren Freundin (Katharina Schüttler) und einem Kollegen (Max Riemelt), in den der werdende Vater sich verliebt. Gleich drei Beiträge wurden von ihrem jeweiligen Regisseur mit kreativen Umweg-Finanzierungen auch selbst produziert: „Silvi“ von Nico Sommer ist ein ausgesprochener Berlin-Film, in dem ein Endvierziger nach einer Trennung noch einmal neu durchstartet. „DeAD“ von Sven Halfar ist echter Pulp aus Hamburg: Da taucht ein Sohn nach dem Selbstmord seiner Mutter auf dem 60. Geburtstag seines ihm bis dahin unbekannten Vaters auf. Die Eskalation ist vorprogrammiert. Und „Endzeit“ von Sebastian Fritzsch ist eine deutsche Endzeitfantasy, in der eine junge Frau nach einer Katastrophe ums Überleben kämpft und zur Jägerin wird. Das Männergenre wird einmal von einer Frau bestimmt.

Insgesamt sind in der Sektion sechs lange und zwei mittellange Spielfilme sowie drei Dokumentarfilme zu sehen. Letztere handeln von Älterwerden und der Wunderwaffe dagegen, dem Bauchtanz („Die mit dem Bauch tanzen“), um ehemalige Leistungssportler der DDR („Einzelkämpfer“) und über das in der Öffentlichkeit vergessene, aber immer noch hochradioaktiv verseuchte Gebiet um eine kerntechnische Anlage im Südural („Metamorphosen“). „Vor allem das Abschiednehmen scheint die jungen Filmemacher zu beschäftigen“, sagt die Sektionsleiterin Linda Söffker. „Mal ist die Auseinandersetzung schmerzhaft, mal wird sie zelebriert, immer findet der Nachwuchs eine lustvolle filmische Umsetzung.“