Beide Partner wollen sich "zu gleichen Teilen in die Veranstaltung einbringen", so heißt es aus dem Messebüro. Auch ein Namenswechsel ist in Vorbereitung. Der neue Name soll sich aus beiden zusammensetzen. Beide Parteien sind schon länger im Gespräch. Wie die Zusammenarbeit künftig im Detail aussehen wird, daran wird noch gearbeitet. Heute ist ein weiteres Treffen anberaumt.

Es wird noch eine Neuerung geben: Ursprünglich sollte das Art Forum am 30. September stattfinden. Nun wird die Veranstaltung auf den 7. bis 11. September vorverlegt, um die Nähe zur prominenten Frieze Art in London zu vermeiden. Da Anfang September die Berliner Messe belegt ist, wird ein Standortwechsel diskutiert. Angefragt ist der ehemalige Postbahnhof am Gleisdreieck ( "Station"), wo im Jahr 2008 die ABC ihren Anfang nahm. Ende April fand dort das offizielle Dinner des Gallery Weekends statt. Eine Location, die von Galeristen geschätzt wird.

Brav und glanzlos

Klar ist, dass ABC und Art Forum gemeinsam ein neues Format entwickeln werden, das zwischen klassischer Messe und kuratierter Ausstellung liegen wird. Welche Rolle Messedirektorin Eva-Maria Häusler dabei spielt, wird noch verhandelt. Häusler wurde zusammen mit Peter Vetsch 2008 extra aus Basel geholt, man erhoffte sich von beiden das richtige Händchen für ein ebenso erfolgreiches Messekonzept wie in der Schweiz. Doch es kam anders. Die Messe hatte in den letzten zwei Jahren kaum an internationaler Ausstrahlung gewinnen können, sondern präsentierte sich brav und glanzlos. Im letzten Jahr gab es bereits eine Annäherung von Messe und ABC. Da war schon nicht zu übersehen, dass die ABC der Messe Besucher abzog. Hintergrund: Die ABC wurde vor vier Jahren als Gegenmesse zum Art Forum ins Leben gerufen und konnte sich immer stärker profilieren. Hinzu kommt, dass das Gallery Weekend im April an Strahlkraft gewonnen hat, und von den Berliner Galeristen längst als das wichtigste Event des Jahres favorisiert wird. Das Art Forum hat eine Frischzellenkur nötig. Und für Judy Lybke von "Eigen + Art" ist ohnehin klar: "Zusammen ausstellen ist immer besser, als alleine. Das stärkt Berlin".