John Legend hat den Sprung vom unbekannten Studiomusiker ins Rampenlicht geschafft. Er spielte einst für Lauryn Hill, Alicia Keys und vor allem Kanye West. Inzwischen ist John Legend selbst ein Star. Wie schon auf seinem ersten Studioalbum "Get Lifted" betrachtet es der Musiker als Ohio als Auftrag, die Tradition der Soulmusik zu pflegen und aufzufrischen. Der als John Stephens geborene Sänger und Pianist hat sich einiges bei Ray Charles, Stevie Wonder oder Otis Redding abgehört. Trotzdem klingt seine Musik nicht penibel nach Nostalgie.

Mit treibenden Basslinien, Samples und HipHop-Einflüssen wird alter Soul auf den neuesten Stand gebracht. Nie wirkt es bemüht, immer klingt es natürlich. Voller Charme, Inbrunst und Gefühl singt John Legend dazu über typische Szenen aus dem Beziehungsalltag. Und es wird zum ersten Mal auch kritisches Bewusstsein spürbar, wenn er von Soldaten berichtet, die von ihrem Einsatz zurück wollen. In diesen Phasen erinnert einiges an Marvin Gayes große Anklage "What's Going On". Sicher: An die Klasse solch eines Klassikers kommt John Legend nicht heran. Aber er hält hörbar Anschluss.

huf