Bernd Neumann stellt Kritik an Erich Fried klar

Nach der Ernennung von Bernd Neumann zum Kulturstaatsminister ist Kritik an dem CDU-Politiker wegen einer Äußerung aus dem November 1977 laut geworden. Neumann, damals Abgeordneter im Bremer Landesparlament, hatte in einer erregten Debatte über ein Gedicht von Erich Fried gesagt: "So etwas würde ich lieber gleich verbrannt sehen." In dem bewußten Gedicht heißt es unter anderem: "Mit Verleumdung und Unterdrückung / und Kommunistenverbot / und Todesschüssen in Notwehr / auf unbewaffnete Linke / gelang es den Herrschenden / eine handvoll empörte Empörer / Ulrike Meinhof / Horst Mahler / und einige mehr / so weit zu treiben, daß sie den Sinn verloren / für das was in dieser Gesellschaft / verwirklichbar ist." Neumann hatte sich schon kurz nach seiner Äußerung bei Fried für die Formulierung entschuldigt. Gestern verwies Neumann gegenüber der Berliner Morgenpost auf die politisch aufgeheizte Atmosphäre im Herbst 1977, auf dem Höhepunkt des RAF-Terrors, dem innerhalb weniger Monate rund ein Dutzend Unbeteiligte zum Opfer gefallen waren. Neumann bedauerte, daß seine damalige Äußerung aus ihrem Zusammenhang gerissen "höchst mißverständlich" gewirkt habe. Neumann blieb dabei, daß in Frieds Gedicht "Verständnis für die Terroristen zum Ausdruck" kam.

sfk