Jubiläumsschau der Sammler von der Berliner Volksbank

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Wollten Sie schon immer mal wissen, was eine Bank so sammelt? Dann besteht derzeit die Gelegenheit, diese Neugier zu befriedigen. Nach der Deutschen Bank gibt nun die Berliner Volksbank Einblick in ihre vorwiegend figürliche Kunstsammlung, eine kunterbunte Menschenbilder-Mischung von Horst Antes bis Klaus Zylla.

20 Jahre ist es her, da eröffnete die einstige Berliner GrundkreditBank ihr Kunstforum am Zoo. Davor vollführt Wolfgang Mattheuers Bronzeskulptur den "Jahrhundertschritt" nach vorn. Als hätte der Künstler die Mauer überwinden wollen und die Vereinigung von Ost- und Westkunst im Geiste des Realismus geahnt, wie sie jetzt zum Jubiläum der Sammlung im Innern anschaulich wird.

Dort gehen Neue Wilde und Leipziger Schule auf Tuchfühlung, kommen sich Angela Hampel und Rainer Fetting ebenso näher wie Bernhard Heisig und Markus Lüpertz. Die Inszenierung von 85 Gemälden, Skulpturen und Papierarbeiten vermittelt einen Ausschnitt der inzwischen fusionierten Kunstsammlungen von Berliner Volksbank und GrundkreditBank.

Dieser nimmt sich ebenso bodenständig aus wie der neue Name des genossenschaftlichen Kreditinstituts. Von Spekulationsgewittern keine Spur, obschon man auch einiges veräußert hat im Zuge der Sammlungsvereinigung. Nach der Fusion mehrerer Genossenschaftsbanken im Jahr 1999 sind die Bilder und Skulpturen auf rund 1000 Kunstwerke angewachsen.

Fotos oder Videos sind nicht dabei, dafür ist der Sammlungsansatz auch zu bieder. Er bevorzugt das Handgemalte, nicht Computerkunst. "Bilder von Menschen - Bilder für Menschen", so die Konzeption des Galeristen Dieter Brusberg, mit der vor 20 Jahren alles begann, sind vor allem für die Mitarbeiter der Bank-Filialen gedacht.

Die leben tagtäglich damit und blicken in Büro und Flur immer noch lieber auf ein "Knabenbildnis" (um 1950) von Hans Laabs als auf eine Müllhalde. Mit dem altwilden Tanz unterm Adler-Toupet, der "Wildheit im Kopf" (1996/97) des Dresdners Helge Leiberg läßt sich zudem prima die eigene Fortschrittlichkeit signalisieren.

Je nach Finanzlage, wie der scheidende Vorstand der Berliner Volksbank, Karl Kauermann, berichtet, stehe mal mehr oder weniger Geld für Ankäufe zur Verfügung. Die Summe, die jährlich investiert wird, verrät er nicht. Doch werde sein Nachfolger sich außer den Bilanzen auch der Bilder-Sammlung widmen. Die soll fortgeführt werden - in welcher Form auch immer.

Kunstforum der Berliner Volksbank, Budapester Str. 35, Charlottenburg. Bis 27. 11., Mo - So, 10 - 18 Uhr.

Andrea Hilgenstock