Ein Akkordeon fällt spielerisch ein, der Bass verleiht dem Stück Schwung, und im Nu befinden wir uns im Geist auf den Champs-Elysées oder am Montmartre.
Bourdoiseau eröffnet heute mit seiner Band, dem Trio Scho, die Montagskonzerte im Amphiteater am Monbijoupark. Bis zum 31. August lädt das kleine Rondell zu Weltmusik in kammermusikalischer Besetzung ein. Instrumental und mit Gesang präsentieren sich Bands mit traditioneller und moderner Musik aus Italien, Frankreich, der Ukraine, der Schweiz, aus Argentinien und den Niederlanden. Das Spektrum reicht von Klezmer über Chansons zu Tango, Jazz und Swing, und auch afrikanische und lateinamerikanische Rhythmen kommen nicht zu kurz.
Christophe Bourdoiseau kam vor 15 Jahren als Journalist nach Berlin und entdeckte seine Liebe zur Musik. Den Sound, den er mit den drei Ukrainern Gennadij Desjatnik (Violine), Valery Khorishman (Akkordeon) und Valeri Pissarenko (Kontrabass) präsentiert, hat etwas Nostalgisch-Jiddisches an sich und führt uns zugleich mitten hinein in die leichte Melancholie des französischen Lebens.
Da stecken auch Jacques Brel oder Charles Aznavour drin, mal hört man Mercedes Sosa heraus, mal mehr einen Schuss Zigeunermusik, und dann sind die Lieder wieder ganz nüchterne Chansons. Wie etwa das Stück "Solitude". Wie gut passt es doch zu Berlin und überzieht die Stadt mit einer romantischen Zuckerkruste. Dazu tragen die Herren lockere schwarze Sakkos. Eine echte Existenzialisten-Combo.
Amphiteater im Monbijoupark: vis-à-vis Bodemuseum, Mitte. Tel. 47 99 74 41, Beginn 20.30 Uhr, Karten 7 Euro

