Friedrichstadtpalast

Meret Becker moderiert die Revue-Gala

Mit einer rauschhaften Gala feiert der Friedrichstadtpalast heute (19.30 Uhr) seinen 25. Geburtstag. Eingebettet in die aktuelle Palast-Phantasie "Qi" schwelgt der letzte Prunkbau der ehemaligen DDR in Rückblicken, Erinnerungen und Würdigungen großer Künstler des Hauses.

Mit dabei als gute Fee: Die Schauspielerin und Musikerin Meret Becker - Schwester von Ben Becker und Stieftochter von Otto Sander. Sie führt durch den Abend und hat allerlei Überraschendes vorbereitet.

"Für uns war Meret allererste Wahl", sagt Roland Welke, der das Gala-Konzept entwickelt hat. "Sie ist eine Kategorie für sich. Sie steht für den ganzen großen Bogen in die Genregeschichte, für das, wo auch der Friedrichstadtpalast herkommt." Meret Becker errötet ein wenig. Und fügt dann hinzu, dass ihr Opa Revuetänzer war. "Über meine Oma bin ich sogar direkt mit der Vorgeschichte des Palastes verbunden", berichtet sie mit einem Augenzwinkern. "1945 wurde das Haus - damals hieß es 'Palast-Varieté - von Madame Marion Spadoni übernommen. Das war die Tochter des ehemals bekannten Kraftjongleurs Spadoni. Nach seiner eigenen Karriere wurde Herr Spadoni ein sehr berühmter Agent. Er vertrat nicht nur die Comedian Harmonists, sondern auch eine gewisse Komikerin namens Claire Schlichting - und das war meine Großmutter." Bereits 2001 stand Meret Becker auf der Bühne des Friedstadtpalasts, damals um Marlene Dietrichs 100. Geburtstag zu feiern. "Ich liebe Revuen. Wenn ich Musik mache, dann habe ich das Gefühl, mich in einer großen Familie zu bewegen. Das brauche ich, um glücklich zu sein." Mittlerweile sieht sich Meret Becker in erster Linie als Musikerin, die ab und zu auch mal einen Film dreht. Für dieses Jahr hat sie ein Projekt geplant, mit ihrer Band, Zauberern und Artisten. "Das liegt momentan allerdings brach, weil ich all meine Kraft in die Gala stecke. Ich mache im Friedrichstadtpalast vieles, was ich schon lange nicht mehr gemacht habe. Dinge, die ich später teilweise in mein Vorhaben integrieren werde." Eine Strategie hat Meret Becker gegen Lampenfieber entwickelt. "Mir hat jemand den Tipp gegeben, einfach absichtlich Fehler einzubauen. Ich habe das vor dem damaligen Bundeskanzler gemacht und mich pudelwohl gefühlt", lacht sie. "Die Möglichkeit, sich mit voller Wucht auf die Schnauze zu legen, das nimmt unheimlich viel Druck raus."