Gestern tagte die prominent besetze Jury im Berliner Axel-Springer-Haus, um aus sechs Finalisten den "Scoop!"-Gewinner zu bestimmen. Die Axel Springer Akademie setzt damit die Tradition der experimentellen Medienförderung nach Projekten wie "Der Freund" und "Humanglobaler Zufall" fort. Das Siegerkonzept wird in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahren und mit einem Förderbetrag von maximal 500 000 Euro gefördert.

"Mehr als 1200 Kreative wollten den Scoop landen, eine phantastische Resonanz. Da waren tolle Sachen dabei, originelle, skurrile, bewegende Ideen. Der Jury ist die Entscheidung wirklich schwer gefallen, aber am Ende kann eben nur einer gewinnen. In den nächsten Wochen werden wir nun mit dem Sieger alle Details besprechen und dann zu Ostern verkünden, wie das Projekt heißt und wann es startet", sagt Marc Thomas Spahl, Jury-Vorsitzender und Direktor der Axel Springer Akademie, die das neue Projekt herausgeben wird.

Bei aller kreativen Verrücktheit lagen reichlich ernste Ideen auf dem Tisch. "Viele haben sich damit beschäftigt, wie wir die Welt besser machen können", sagt Spahl. "Dann haben sich sehr viele die digitale Gegenwart zum Thema genommen, User Generated Content, Social Media, die Bloggosphäre. Und daneben natürlich die großen Themen: Liebe, Verbrechen, Leben und Tod, Grenzerfahrungen im weitesten Sinn."

Zu den zwölf Juroren gehören Oliver Berben (Filmproduzent), Katharina Borchert (Geschäftsführerin Spiegel Online), Mirko Borsche (Art Director), Michael Conrad (Präsident Berlin School of Creative Leadership), Max Hollein (Direktor Schirn Kunsthalle Frankfurt), Felix Petersen (Mitgründer der Online-Plattform plazes.com), Miriam Pielhau (Moderatorin), Tim Renner (Musikproduzent), Nadine Schemmann (Illustratorin). Für die Axel Springer AG sind Jan-Eric Peters, Marc Thomas Spahl und Dr. Andreas Wiele in der Jury vertreten.

"Die thematische Spanne war riesengroß, wie auch die der Bewerber: quer durch alle Altersschichten, aus vielen Ländern und beileibe nicht nur Profis", sagt der Jury-Vorsitzende.

Gewinner des ersten "Scoop!"-Wettbewerbs war das Reportagemagazin "Humanglobaler Zufall" des damals 30-jährigen Journalisten Dennis Buchmann. Im Mittelpunkt des auf vier Ausgaben begrenzten Formats standen spannende Geschichten von Menschen rund um den Globus, die der Zufall zusammengeführt hat. Die vier Ausgaben erschienen von April bis Dezember 2008. Für das redaktionelle Konzept und die hochwertige Gestaltung wurde das Magazin mehrfach ausgezeichnet - zuletzt mit dem international renommierten Design-Preis "Red Dot Grand Prix 2009".

BM