Bilderstürmer

Skandal! In Deutschland werden wieder Bilder verbrannt! Nicht öffentlich, sondern hinter verschlossenen Gartentüren. Aber auf dem Scheiterhaufen, immerhin. Bei der gestrigen Aktion im fränkischen Motten handelt es sich außerdem um einen Fall von Selbstverbrennung. Die auf dem Porträt des Malers Peter Hendryk Blum abgebildete Dame legte nämlich persönlich das zerstörende Feuer. Sie hatte nichts dagegen gehabt, sich von einem Fotografen hüllenlos ablichten zu lassen. Nur dass Blum das Aktfoto als Vorlage für sein Ölgemälde "Praline" nutzte, ging ihr zu weit. Vor dem Amtsgericht Kissingen einigte man sich auf einen Vergleich: Verbrennung, und zwar, ganz wichtig, unter Ausschluss von Journalisten. Damit bloß keine Erinnerungen an böse Zeiten aufkommen. So fühlt sich der Maler gar als Gewinner: Kunst dürfe nicht zensiert werden, eher werde sie verbrannt, verkündet er. Dann sind wir ja alle beruhigt. Und blicken Prozessen gegen Buchautoren à la Bohlen und Biller gelassen entgegen.