Wer bei Punkrock noch immer an Bierdosen, müffelige T-Shirts und grölende Jungsherden denkt, ist von vorgestern. Merke: Ein moderner "Punk light" zu sein, heißt vor allem: Spaß am Rocken haben. Und die zweitbeste Band der Welt zu vergöttern: die Berliner Beatsteaks. Die spielte jetzt gleich zweimal in ihrer Heimatstadt. Vor der Columbiahalle schlängelt sich ein großer Haufen von 13 bis 43 - eben alles was jung, wild und gefährlich leben will.
Nach Winson und den schwedischen Moneybrothers als Vorprogramm entern die Beatsteaks die Bühne, Tausende brüllen auf Kommando los, enthemmen sich und nicken mit dem Kopf. Seit mehr als zehn Jahren machen die Herren zusammen Gitarrenkrach: erst ungehobelt und roh, mit ihrer aktuellen vierten Platte "Smack Smash" zunehmend relaxter und melodiöser. Jahrelang waren sie die Indie-Lieblinge der Hauptstadt, talentiert und nicht ausverkauft. Gerade sind sie zu einem Major-Label gewechselt, laufen in der Heavy Rotation auf MTV und starten die Welteroberung. Meine-Band-gehört-mir-Fans finden das schlimm, die Columbiahalle liebt es.
Die Beatsteaks geben alle Herzenswärme zurück: Rockklassiker wie "Stand Up, Smash Up" folgen auf Hitnummern wie "Hand in Hand" oder das großartige Joe-Strummer-Tribut "Hey Joe" - und die Menge pogot und stagedivet, als ob es kein Morgen gebe. Alles ist gut: The Beat goes on.
mer

