Man soll ja nicht immer alles schwarz-weiß malen. Das hat sich nur noch nicht bis zu The Hives herumgesprochen. In ihrer Welt existieren nur diese beiden Farben. Sie tragen schwarzweiße Schlipse, weiße Halbschuhe und schwarze Anzüge. Für ihre Instrumente und Verstärker kommt ebenfalls nur diese Farbgebung in Frage. Natürlich heißt ihre neue Platte auch "The Black And White Album". Nur der Bandschriftzug fällt aus dem Rahmen. Beim Gastspiel der schwedischen Showmannrocker in der Columbiahalle leuchtet er in knallroten Lettern.

Die Hives-Fans halten sich nicht an die Kleiderordnung des Abends. Sie haben sich angezogen, wie es ihnen gerade passte. Hörig sind sie der Band trotzdem. 1993 im schwedischen Fagersta gegründet, gelang den Hives 2001 mit den Alben "Veni, Vidi, Vicious" und "Your New Favourite Band" der Durchbruch in Amerika und Europa. Sie landeten Hits wie "Main Offender" und "Hate To Say I Told You So". Sänger Howlin' Pelle Almqvist braucht jetzt nur den Namen der Band in den Saal zu rufen, schon schallt ihm aus allen Kehlen ein zustimmendes "yeah" entgegen. Dieser Almqvist ist ein Kerl mit direktem Draht zur Hochspannungsleitung. Ständig gibt er den Animator. Er erzählt dem Publikum, dass es praktisch um Leben und Tod gehe. Auch seine Fähigkeiten auf dem Gebiet der Leibesübungen sind beachtlich. Klettern auf dem Verstärkerturm steht bei ihm ebenso auf dem Programm wie der ein oder andere Spagatsprung oder rhythmische Sportgymnastik mit dem Mikrofon.

Musikalisch rekapitulieren The Hives drei schon länger zurückliegende Jahrzehnte des Rock'n'Roll. Ihre Einflüsse reichen von Little Richard über The Stooges bis zu den Ramones. Das ist energetische Volldampfunterhaltung, für Zwischentöne bleibt keine Zeit. Nur die Bluesballade "Diabolic Scheme" geht in Richtung Ruhepause. Danach peitscht Almqvist Band und Publikum wieder gnadenlos besessen nach vorne.

Am Ende verkündet Mr. 1000 Volt, die Zuhörer hätten nur noch 45 Sekunden zu leben und mögen deshalb doch bitte noch einmal richtig abfeiern. Danach macht es laut "Tick, Tick. Boom!". Das Konzert geht dann aber doch noch weiter. Die Fans bekommen ihre Zugabe und würden sich bestimmt freuen, wenn es nicht wieder drei Jahre dauert, bis diese Vollblutentertainer des Rock mal wieder in Berlin vorbeischauen.

huf