Das Ende des Romans "Vom Winde verweht" ist legendär, aber noch berühmter wurde es durch die Verfilmung mit Clark Gable und Vivien Leigh: "Morgen ist auch noch ein Tag", sagt Scarlett O'Hara trotzig, nachdem Rhett Butler sie verlassen hat. Jetzt ist die Geschichte fortgeschrieben worden, aus der Perspektive Rhetts, dessen Ehe mit Scarlett an deren hoffnungsloser Liebe zu ihrem Jugendfreund Ashley scheiterte. Oder gibt es womöglich doch noch ein Happy End für die beiden? "Rhett" erscheint weltweit am 7. November, Hoffmann und Campe liefert die deutsche Übersetzung in einer Startauflage von 200 000 Exemplaren aus.
"Es wird auch die Frage beantwortet: Kriegen sie sich nun oder kriegen sie sich nicht?" sagte Günter Berg, Geschäftsführer des Verlages, gestern auf der Buchmesse. "Rhett" erzähle die Geschichte neu und weiter. Es beschäftige sich auch mit Rhetts Jugend, mit dem Verhältnis zu seinem Vater, seiner Entwicklung. "Rhett" wurde geschrieben von dem US-Autor Donald McCraig, der bereits mehrere Romane über den amerikanischen Bürgerkrieg verfasst hat. Die Handlung umfasst den Zeitraum zwischen 1843 und 1874 - also fast zwei Jahrzehnte mehr als "Vom Winde verweht". Margaret Mitchells Bestseller, der 1936 erschien, spielt überwiegend in der Zeit des Bürgerkrieges von 1861 bis 1865.
Der Roman hat Kultstatus, wohl auch wegen der erfolgreichen Verfilmung. Die tragische Liebesgeschichte - zu spät erkennt die verwöhnte Scarlett, dass sie eigentlich immer nur Rhett geliebt hat - wurde einer der größten Bestseller in der Geschichte der amerikanischen Literatur. Das Ende ist zweideutig: Scarlett gesteht Rhett ihre Liebe; er weist sie ab, und sie beschließt, um ihn zu kämpfen.
Margaret Mitchell, die für "Vom Winde verweht" 1937 den Pulitzer-Preis erhielt, weigerte sich bis zu ihrem Tod 1949 standhaft, eine Fortsetzung zu schreiben. 1991 erschien dann "Scarlett" von Alexandra Ripley. Die deutsche Ausgabe des Romans wurde nach Angaben von Hoffmann und Campe mehr als eine Million mal verkauft.
BM

