Normalerweise bevorzugen sie Sportkleidung. In der Columbiahalle aber treten die Beastie Boys mit Hemd, Anzug und Krawatte auf. Die Musiker aus New York haben im Vorfeld ein "Gala-Ereignis" versprochen, da macht man sich schon mal fein. Auch sonst ist einiges anders als bei üblichen Auftritten dieser ewig jung erscheinenden und äußerst wandlungsfähigen Clique. Mike D sitzt am Schlagzeug, Adam Yauch spielt Bass und Adam Horovitz steht an der Gitarre. Flankiert werden sie von den langjährigen Mitstreitern Mix Master Mike an den Plattentellern, Alfredo Ortiz (Perkussion) und Money Mark (Keyboards). Aus herumhüpfenden Radaubrüdern wird einen Abend lang eine disziplinierte Band, die sich mit dem Pop-Knigge auskennt.

In fast ähnlicher Konstellation haben die Beastie Boys schon einmal auf der Bühne gestanden - vor fünfzehn Jahren kurz nach Erscheinen ihres dritten Albums "Check Your Head". Auch dieses Mal ist eine Neuveröffentlichung Grund des Kommens. "The Mix-Up" heißt die neue, ausschließlich mit Instrumentalmusik bestückte CD der Band. Ähnliche Klänge hatte man auch in der Columbiahalle erwartet, aber es ist dann doch eine Show, die den bekannten Stil der Band mit einschließt. Mehrmals verlässt der neuerdings Afro-Locken tragende Mike D das Schlagzeug, um zu rappen. Kollege Horovitz gibt den Conferencier und erlaubt sich immer wieder Späße mit dem Publikum.

Doch steht an diesem Abend das Bemühen um Musikalität im Vordergrund. Zum einen sind da diese fast schon provozierend entspannt arrangierten Instrumentals, in denen man Soundtracks von Kriminalfilmen der siebziger Jahre genauso heraushört wie Funk, Reggae und Jazz. Zum anderen fallen die Beastie Boys mit Verve in ihre eigene Historie zurück.

Eine Hit-Revue ist das zwar noch lange nicht, aber gegen Ende hört man doch zunehmend bewährte Krawallklassiker wie "So Whatcha Want" oder "Sure Shot", sehr zum Gefallen der schwitzenden Menge. Ihr letztes Stück widmen die Beastie Boys dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush. Es trägt den viel sagenden Titel "Sabotage".