Jan Bosse wird Hausregisseur am Gorki Theater

Dem Maxim Gorki Theater ist ein Coup gelungen: Jan Bosse, Shootingstar und gefeierter Regisseur des diesjährigen Theatertreffens, wird Hausregisseur.

Dem Maxim Gorki Theater ist ein Coup gelungen: Jan Bosse, Shootingstar und gefeierter Regisseur des diesjährigen Theatertreffens, wird Hausregisseur. In der nächsten Saison will Bosse zwei höchst unterschiedliche Klassiker inszenieren: Heinrich von Kleists "Amphitryon" mit Hans Löw (im September) und eine Adaption von Tolstois Riesen-Roman "Anna Karenina" im April 2008. In der Titelrolle wird Fritzi Haberlandt zu sehen sein. Mit beiden Schauspielern hatte Bosse zuletzt am Gorki "Die Leiden des jungen Werthers" inszeniert - und wurde damit zum Theatertreffen eingeladen.

Ansonsten konnte Intendant Armin Petras auf der gestrigen Spielplanpressekonferenz auf eine erfolgreiche erste Saison zurückblicken: 42 Premieren, rund 550 Vorstellungen, diverse Festivaleinladungen und mit rund 80 000 Besuchern mehr Zuschauer als unter Vorgänger Volker Hesse. Trotzdem ist die Finanzsituation für das kleinste Berliner Staatstheater nicht rosig: Der Etat wurde beim Intendanzwechsel abgesenkt, die Mehrwertsteuererhöhung belastet das Haus, das außerdem mehr Geld für Probebühnen ausgeben muss, weil die alte wegen einer Rückübertragung verlustig ging. Es wäre eine feine Geste der Politik, den gelungenen Neuanfang mit einer kleinen Etaterhöhung zu belohnen. Die Mannschaft des Maxim Gorki Theaters, die in dieser Saison an ihre Leistungsgrenze gegangen ist, hätte es verdient.

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