Mariele Millowitsch tut alles, um das Image der dauerfröhlichen TV-Madame, das ihr vor allem die Sitcom "Nikola" eingebracht hat, abzuschütteln: So sauertöpfisch wie sie als Familienanwältin Hanna Lorenz dreinblickt, würde man ihr nicht das geringste Lächeln zutrauen, und schon auf den ersten Blick wird dem Zuschauer klar, dass die ganze Serie so humorlos ist wie ein Eimer Wasser. Ganz großes Drama gleich in der ersten Folge der zweiten Staffel, als zwei Brüder ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben verloren und der ältere sich das Sorgerecht für den jüngeren erkämpfen musste, um ihn vor dem Heim zu bewahren.

Großes Drama auch im Privatleben von Anwältin Lorenz: Ihr untreuer Ehemann Robert, der ihr übel mitgespielt hat, will nun zu ihr zurück als wäre nichts geschehen - Hut ab vor August Schmölzer, der es schafft, diesen Schuft nicht gänzlich eindimensional zu spielen. Die Geschichten sind zwar durchaus spannend, kommen aber insgesamt zu ernst daher. Da sehnt man sich schon bald nach Manfred Krug als "Liebling Kreuzberg" zurück.

ski