Dieses Event hat er ausnahmsweise nicht selbst organisiert: Der Berliner Musiker und Produzent Max van der Rose wird heute in Budapest zum Ritter der Kultur ernannt. Die Ehrung wird ihm wegen seines kulturellen Engagements als «Künstler mit Sendungsbewusstsein» zuteil. Die Tradition des Ordens reicht in die Zeit der Monarchie zurück, mit ihm werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich um den internationalen kulturellen Austausch verdient machen. In diesem Jahr werden auf Schloss Stefania etwa 60 Kulturschaffende aus acht Ländern bei einem standesgemäßen Zeremoniell in Anwesenheit des Kulturministers zu Rittern der Kultur geschlagen.

Van der Roses erste Karriere fand in einem mittelständischen Unternehmen statt, doch dann machte er die Leidenschaft zum Beruf und produziert mit seinem Label «Cues Recording» Musik für Film, Werbung, Party und Hausgebrauch. Zudem begeistert er sich für alles, was ihm durch die intensive Arbeit mit Musik begegnet: Er veranstaltet Events und Klanginstallationen, verschreibt sich neuerdings auch der Kunst und trägt zur heute stattfindenden Ordensverleihung in Budapest selbst entworfene Mode. Sein besonderes Steckenpferd ist der Karneval der Kulturen, an dem er mit der Formation «Drum Connection» teilnimmt und den er durch die Produktion von Samplern unterstützt.

Die Verbindung nach Ungarn geht auf van der Roses erstes Event zurück, das Festival «Dance of Elements» 1995 im Britzer Garten. Hier lernte der Musiker die Malerin Sigrid Boese-Pirschel kennen, die später der erste weibliche Ritter in Ungarn wurde. Den Ritterschlag begreift er als Ernennung zu einer Art kulturellem Botschafter zwischen Berlin und Budapest und nimmt diese Rolle besonders vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung sehr ernst: «Ich sehe mich in der Verantwortung, mit diesem Land zusammenzuarbeiten.» Ein erster Schritt wird natürlich die Einladung einer ungarischen Tanzfolkloregruppe zum Karneval der Kulturen sein. jub