Für Philip Wiegratz hat sich ein (amerikanischer) Traum erfüllt: Zusammen mit Hollywood-Star Johnny Depp stand er für "Charlie und die Schokoladenfabrik" vor der Kamera. Schülerreporterin Cosima Richardson interviewte den jungen Magdeburger bei seinem Besuch in Berlin.
Erst 12 Jahre alt ist Philip Wiegratz, doch in Hollywood hat er sich bereits einen Namen gemacht: durch den Spielfilm "Charlie und die Schokoladenfabrik", in dem Philip einen gefräßigen Jungen namens Augustus Glupsch spielt. Der von Regisseur Tim Burton gedrehte Film mit Johnny Depp steht in den USA schon seit Wochen ganz oben in den Kinocharts.
Wie Philip beim Interviewtermin verrät, hat ihm seine Filmrolle "wahnsinnig viel Spaß" gemacht. Und: "Johnny Depp ist ein toller Mensch", sagt er begeistert. Vom Erfolg des Films in den USA ist Philip nicht überrascht. Dort sei das Buch von Roald Dahl so bekannt wie in Deutschland beispielsweise "Die kleine Hexe" oder auch "Pippi Langstrumpf".
"Charlie und die Schokoladenfabrik" ist ein schöner Film. Es geht um den kleinen Charlie, der mit seiner Mutter, seinem Vater und seinen Großeltern in einem windschiefen Häuschen wohnt. Ganz in der Nähe steht Wonkas Schokoladenfabrik. Ihre Tore sind seit 15 Jahren geschlossen. Was sich dahinter verbirgt, weiß niemand. Eines Tages sucht Willy Wonka einen Nachfolger für seine Fabrik. Er ist entschlossen, einem Kind sein Hab und Gut zu vermachen. In fünf Schokoladen-Tafeln versteckt er deshalb goldene Tickets für eine Tour durch seine Fabrik. Wie durch ein Wunder gewinnt Charlie, der im Jahr überhaupt nur eine Schokoladentafel zum Geburtstag bekommt, eines davon. Neben ihm und Augustus sind noch drei weitere Kinder dabei: die verwöhnte Veruschka Salz, Violetta Beauregarde, Champion im Kaugummikauen, und der Besserwisser Micky Schießer.
Als der wunderliche Willy Wonka seine Gäste durch die Fabrikhallen führt, erinnert er sich an seine eigene Kindheit. Für Roald Dahl ein wichtiger Moment in seinem Buch. "Viele Erwachsene haben vergessen, wie es war, ein Kind zu sein", sagte der Autor, der 1990 starb. Aus diesem Grund ließ Dahl Herrn Wonka in seiner Erinnerung viele Jahre zurückgehen. Alte, schmerzhafte Geschichten kommen wieder hoch - doch am Ende wird mit Charlies Hilfe alles gut.
Den Jungen Augustus Glupsch zu spielen, hat Philip viel Spaß gemacht. Allerdings war die Rolle für ihn auch sehr anstrengend, denn er mußte sich in einem Silikonanzug bewegen, der ihn dicker aussehen ließ: "Fat Suit" heißt das in der Filmsprache.
Ein Dreivierteljahr hat es gedauert, die Fantasy-Geschichte zu verfilmen. Die Dreharbeiten waren in den berühmten Londoner Pinewood Studios, in denen auch schon die James-Bond-Streifen verfilmt worden sind. Schulunterricht bekam Philip übrigens am Set.
Inzwischen ist er wieder im deutschen Alltag angekommen. Ob er die Schule nach seinen aufregenden Filmarbeiten langweilig findet? Auf diese Frage schüttelt Philip den Kopf.
Für die Schauspielerei hat sich der Junge aus Magdeburg schon seit langem begeistert. Wenn er sich Filme ansah, achtete er immer darauf, wie die Schauspieler es schafften, ihre Rolle gut darzustellen. Später nahm Philip Schauspielunterricht und wurde von einer Casting-Agentur entdeckt. Für den Kinofilm suchte die Produktionsfirma von "Charlie" - wie in Dahls Buch vorgesehen - einen deutschen Jungen, und so kam Philip zu seiner Rolle.
Die Erfolgsstory des Magdeburgers ist damit aber noch nicht beendet. Nachdem "Charlie" abgedreht war, hat er in zwei weiteren Kinofilmen mitgespielt: "Es ist ein Elch entsprungen" (nach einem Buch von Andreas Steinhöfel) und "Die wilden Hühner" (nach den Büchern von Cornelia Funke) sollen schon bald in die deutschen Kinos kommen.
Philip ist fest entschlossen, später Schauspieler zu werden. Dem 12jährigen gefällt der Gedanke, berühmt zu sein. Auf der Straße hat ihn jedoch bisher noch niemand erkannt. Mit dem Kinostart von "Charlie" in dieser Woche wird sich das sicher ändern. Dann kennt ihn nicht nur Hollywood, und Philips Schauspieltraum wird wahr...
Cosima Richardson, 12 Jahre


