Der Alexanderplatz war in der deutschen Literatur oft der Schauplatz des Geschehens. In Erich Kästners „Emil und die Detektive“ spielte dieser berühmte Platz, der die Geschichte Berlins geprägt hat, eine wichtige Rolle. Durch Alfred Döblins 1929 erschienenen Roman „Berlin Alexanderplatz“ wurde er über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.

Der Platz wird im Volksmund „Alex“ genannt und ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt im Ostteil der Stadt. Er gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Berlin. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Alexanderplatz als Parade- und Exerzierplatz sowie als Handelsplatz genutzt. Seinen Namen verdankt er dem russischen Zaren Alexander I., der Anfang des 19. Jahrhunderts Berlin besucht hatte.

In den 60er-Jahren wurde der Platz neu gestaltet und die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs sind beseitigt worden. Dabei entstanden auch die Weltzeituhr, der Brunnen der Völkerfreundschaft, das ehemalige Hotel Stadt Berlin (heute Hotel Park Inn) und das damalige Centrum-Warenhaus (heute Galeria Kaufhof). Mit dem Bau des Fernsehturms, dem höchsten Bauwerk Deutschlands, bekam der Alexanderplatz sein heutiges Gesicht.

Nach dem Mauerfall wurden von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und vom Abgeordnetenhaus mehrere Bebauungspläne für den Alexanderplatz beschlossen.

Über ein Dutzend Hochhäuser waren im Gespräch. Inzwischen wurde diese Zahl deutlich nach unten korrigiert. „Es liegen konkrete Absichten vor, auf Basis der bestehenden Planung zwei 150 Meter hohe Wohntürme auf dem Alexanderplatz neben Saturn und direkt an der Alexa zu errichten“, sagt Carsten Spallek, Baustadtrat von Mitte.

Vor allem neben Saturn ist ein Wohnhochhaus mit 400 Wohnungen geplant. Die ersten neun Etagen sollen von einem Hotel betrieben werden.

Auf der anderen Seite des Alexanderplatzes zwischen Karl-Liebknecht-Straße und Otto-Braun-Straße wird ein neues Wohnquartier mit Mietwohnungen und Studentenapartments gebaut. In den Gebäuden werden auch Laden- und Büroflächen errichtet. Bernd Thürmer, Niederlassungsleiter STRAUSS & PARTNER in Berlin, sagt: „Wir sind vom Standort Alexanderplatz sehr überzeugt und möchten an der Entwicklung auch weiterhin mitwirken. Mit diesem Wohnquartier entstehen 190 Wohnungen nebst einer kleinen Parkanlage für die Öffentlichkeit, die wir im Zuge der Projektrealisierung auf unsere Kosten errichten. Damit möchten wir die Lebensqualität von Bewohnern und Nachbarn weiter fördern.“

Dass am Alexanderplatz neben Geschäftshäusern und Einkaufszentren auch Wohneinheiten entstehen, freut vor allem auch die Bezirkspolitiker. „In Berlin gibt es Nachfrage sowohl an Eigentumswohnungen als auch an Mietwohnungen und Studentenapartments. Nur Neubau mindert den Nachfragedruck auf Bestandswohnungen und Mieten“, betont Spallek. Als wichtigstes Bauvorhaben Mittes in der Zukunft bezeichnet der CDU-Politiker die Reaktivierung des sogenannten „Jagdfeld-Areals“ (ehemals Tacheles-Gelände) an der Ecke Oranienburger und Friedrichstraße.

bak