Thomas Peiler ist Inhaber der Parkett Connection in Wilmersdorf (parkettconnection.de). Autorin Andrea Pawlik sprach mit ihm über Holz als Bodenbelag.
Berliner Morgenpost:
Herr Peiler, was spricht in Wohnräumen für Parkett, was für Dielen?
Thomas Peiler:
Das ist eine reine Geschmacksfrage. Allerdings sind Dielen in der Regel großformatiger als Parkett, dadurch sieht man mehr von der Maserung.
Welches Holz ist besonders belastbar?
Belastung hat in erster Linie etwas mit der Art des Parketts zu tun, weniger mit dem Holz an sich. Man unterscheidet zwischen Massivparkett, das aus einem einzigen Stück Holz besteht, und Fertigparkett, das im Allgemeinen aus zwei oder drei Schichten besteht, von denen nur die oberste Edelholz ist. Wenn man stark genutzte Räume hat, sollte man immer zu Massivparkett greifen. Und wenn die Oberfläche dann auch noch versiegelt und nicht nur geölt ist, sind die Böden am pflegleichtesten. Es gibt nur ganz wenige Hölzer, die für den Fußboden im Wohnbereich nicht geeignet sind, weil sie zu weich sind. Fichte zum Beispiel.
Welche Holzsorten werden heute gern als Parkett genommen?
Dunkle Hölzer sind im Trend. Räuchereiche wird zum Beispiel gern genommen oder amerikanische Walnuss. Aber auch alle rötlichen Hölzer und Tropenhölzer sind sehr gefragt. Standard sind allerdings immer noch Eichenhölzer in jeder Form, vor allem bei der Sanierung von Altbauten. Früher wurde Eiche dort ja fast ausschließlich verwendet, typischerweise im Fischgratmuster. Helle Hölzer wie Ahorn oder Bambus kommen vor allem in kleinen Räumen zum Einsatz.
Wie geht Parkett mit einer Fußbodenheizung zusammen?
Dabei geht es ja um die Frage der Wärmedurchlässigkeit des Holzes, aber da muss man eigentlich keine Einschränkungen bei der Auswahl in Kauf nehmen. Vielen Leuten wird eingeredet, dass man bei Fußbodenheizungen nur Schichtparkette nehmen dürfe. Aber das ist alles eine Frage des Einbaus, man kann auch Massivholz einsetzen.
Wann ist es ratsam, das Parkett schwimmend zu verlegen?
Es gibt nur eine einzige Situation, in der das angebracht ist – wenn ich das Parkett nicht verkleben kann. Das ist bei Untergründen der Fall, die uneben sind oder bei denen große Vorarbeiten zu machen wären, die die Leute nicht bezahlen wollen. Ansonsten würde ich aber immer davon abraten. Wenn man einen Holzfußboden hat, will man doch auch das Gefühl von Holz haben.
Das geht bei der schwimmenden Verlegung verloren?
Ja, das macht beim Gehen ganz andere Geräusche, eher ein Klick-Klack. Da kann man auch Laminat nehmen, das hört sich genauso an. Und das Laufgefühl ist weich und oft uneben, das hat nichts mit dem Laufen auf richtigem Parkett zu tun.
Welche Pflegetipps geben Sie für Echtholz?
Weniger ist mehr. Ich empfehle Fegen und Saugen, so viel man will – aber nur einmal pro Monat wischen. Und auch dann nur mit einem Pflegemittel, das kein Wachs enthält. Wachshaltige Mittel verschmieren nur, reinigen und pflegen aber nicht gut.
Was kostet es, Parkett aufarbeiten oder neu verlegen zu lassen?
Die Sanierung, also Schleifen und neu Versiegeln oder Ölen, beginnt bei etwa 20 bis 23 Euro pro Quadratmeter plus Mehrwertsteuer. Bei der Neuverlegung auf einem unproblematischen Untergrund sollte man bei einem Massivboden mit um die 100 Euro netto rechnen. Beim Fertigparkett geht es bei etwa 50 Euro pro Quadratmeter los.

