Im April 2013 war eine private Baufinanzierung so günstig wie nie zuvor. Die durchschnittliche monatliche Standardrate für ein Darlehen von 150.000 Euro mit zehnjähriger Sollzinsbindung lag bei etwa 566 Euro. „Das ist der niedrigste Wert seit Aufzeichnungsbeginn des Dr. Klein-Trendindikator Baufinanzierung Anfang 2009“, sagt Vorstandsprecher Stephan Gaearecki. Damit lag die durchschnittliche Standardrate im April 2013 etwa 90 Euro unter dem Vorjahresniveau.
Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Darlehenshöhe gegenüber dem Vormonat um 5000 Euro auf 168.000 Euro und liegt damit 15.000 Euro über dem Vorjahreswert. Sie spiegelt damit den allgemeinen Preisanstieg für Wohnimmobilien wider. So zeigte auch der Europace-Hauspreisindex (EPX) im April 2013 einen Preiszuwachs für Eigentumswohnungen sowie Neubau- und Bestandshäuser an. Viele Erwerber nutzen das günstige Zinsniveau, um höhere Darlehenssummen zu finanzieren, die auf Grund der niedrigen Standardrate erschwinglicher geworden sind. Der Anstieg des durchschnittlichen Tilgungssatzes von 2,27 Prozent auf 2,30 Prozent zeigt, dass Darlehensnehmer die Situation bewusst nutzen und durch eine höhere Tilgung vorausschauend eine schnelle Entschuldung anstreben.
Der gestiegene Eigenkapitalanteil von 22,17 Prozent auf 22,39 Prozent zeigt ebenfalls, dass die Erwerber zunehmend sicherheitsorientiert handeln. Auf die Weise kann bei gleicher Standardrate bei einem höheren Eigenkapitaleinsatz ein Objekt schneller abbezahlt werden. Bei einem Baudarlehen ist der genaue Zinssatz wichtiger als bei einem Konsumentenkredit, da bei den aufgenommenen Beträgen Zehntel Prozentpunkte Unterschiede von mehreren tausend Euro ausmachen können.
BM

