Vorsicht

Alte Farben für Anstriche nicht mehr verwenden

In Baustoffen gibt es 2500 giftige Substanzen

In vielen Kellern lagern alte Farbvorräte, die jetzt für frische Anstriche hervorgeholt werden. Der Verband Baubiologie Bonn warnt allerdings: Alte Farbvorräte können hochgiftig sein. Im schlimmsten Fall werde die Wohnung mit Schimmel gestrichen.

Nur selten findet man auf Farbeimern ein Haltbarkeitsdatum. Nach dem Öffnen der Behälter oder Farbdosen stellt man oft fest: Die Farbe ist klumpig, mit einer dicken Haut versehen und obendrauf findet sich abgestandenes Wasser mit grauen Schlieren. Es riecht zudem muffig oder nach faulen Eiern. "Finger weg!", warnen die Verbandsexperten. Alte Farben und Kleber sollten schnell und fachgerecht entsorgt werden. Denn hier hätten bereits chemische und mikrobiologische Veränderungen stattgefunden, warnt Verbandsvorstand Frank Mehlis. "Allein das Wasser als Lösungsmittel kann bei längerer Lagerung schimmeln und Fäulnisprozesse begünstigen. Wer die Farbe noch nutzt, streicht seine Wand mit Schimmel."

Durchschnittlich 20 Stunden am Tag verbringt ein Mensch in geschlossenen Räumen - dort ist die Luftqualität für unsere Gesundheit von großer Bedeutung. Laut Umweltbundesamt ist die Luft in unseren Innenräumen zu 90 Prozent schlechter als die Außenluft. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung leiden auch deshalb an allergischen Reaktionen. "Seitdem immer mehr Baustoffe durch künstliche Zusätze verändert werden, häufen sich die gesundheitlichen Probleme in Gebäuden", so Mehlis. Sein Verband, in dem sich bundesweit 460 Baubiologen zusammengeschlossen haben, spricht von mehr als 2500 giftigen Substanzen, die auf verschiedene Weise krank machen können. Eine Liste schädlicher Stoffe gibt es unter www.verband-baubiologie.de.