Mieten

Teurer Speckgürtel, Schnäppchen in der Brandenburger Provinz

Die Mietpreise auf dem Brandenburger Wohnungsmarkt gehen immer weiter auseinander. "Je näher man an der Berliner Stadtgrenze wohnen will, desto teurer wird es", sagt der Vorsitzende des Brandenburger Mieterbundes, Rainer Radloff.

So gebe es in der märkischen Provinz "vernünftige Wohnungen" schon für drei bis vier Euro pro Quadratmeter.

Im Berliner "Speckgürtel" inklusive Potsdam sind laut Radloff dagegen Quadratmeterpreise von weit über zehn Euro "nicht unüblich". Dort lasse sich mittlerweile eine Entwicklung beobachten, die man schon aus Berlin kannte: "Gentrifizierung" - die Sanierung und Aufwertung angesagter Bezirke bei gleichzeitiger Verdrängung alteingesessener Einwohner durch Mieterhöhungen.

"In Babelsberg oder Potsdams Altstadt ist das in ganzen Wohnblöcken so passiert", berichtete er. Hier müsse die Politik eingreifen. "Auch im Speckgürtel muss es für einkommensschwächere Bürger bezahlbare Wohnungen geben."

Ganz anders sieht es indes in Prenzlau, Schwedt, Eberswalde, Frankfurt (Oder) und anderen Städten aus, deren Lage sich durch eine Berlin-Ferne auszeichnet. "Dort wird der Wohnungsleerstand immer größer", stellte der 63-Jährige fest. Einziehen will hier kaum jemand - selbst wenn alles saniert und komfortabel ausgestattet ist. Den märkischen Randregionen laufen seit Jahren die Einwohner davon. Insbesondere junge Leute suchen lieber in Berlin oder westdeutschen Bundesländern ihr Glück.