Eines der bedeutendsten Bauwerke des Expressionismus in Charlottenburg und in ganz Berlin sehen die Experten aus dem Landesdenkmalamt in diesem Bau. Außerdem ist das "Wohnheim für ledige Postbeamtinnen" aus den Jahren 1924/25 auch ein Stück Postgeschichte. Vor der Jahrhundertwende nahm der Kaiser persönlich Einfluss auf die Architektur der Reichspost, deshalb wirken Postgebäude oft traditionell.

Nicht so bei diesem Haus in der Dernburgstraße, hier ist ein moderner "gemäßigter Expressionismus" angesagt. Auffällige Eckpfeiler und die Zinnenarchitektur bestimmen das Bild der Oberpostdirektion (links, geplant von Willy Hoffmann) - daneben aber auch das Wohnheim, das aus der Feder des Architekten Otto Spalding stammt.

Von Otto Spalding sind weitere Bauten bekannt, der Baubeamte plante viele Post- und Telegrafenämter in Berlin, aber auch Wohnhäuser oder ein Kurhaus auf Rügen. Er arbeitete zusammen mit seinem Schwager, dem U-Bahn-Architekten Alfred Grenander. Spalding wurde 1863 geboren, gestorben ist er 1945.