Baumeister für Berlin: Karl Teichen und die Bier-Villa

Die "Sixtus-Villa" war einst das Empfangsgebäude der Schultheiß-Brauerei in Kreuzberg. An der Methfesselstraße gelegen, lag hier der Hauptzugang zur Brauerei. 1857 war sie als Tivoli-Brauerei (benannt nach dem einstigen Ausflugsgarten auf dem Kreuzberg) gegründet worden, 1891 übernahm Schultheiß die Anlage.

Die bauliche Leitung hatten damals die Architekten Ernst Tielebier und Karl Teichen. Sie stockten so manches Gebäude auf - und prägten ihren eigenen Stil: An den Ziegelfassaden fallen oft statt der ursprünglichen historischen Rundbögen flache Dreiecksbögen an den Fenstern auf. Dieser "historische Freistil" der Planer stellt schon einen Vorgriff auf den späteren Expressionismus dar und hebt heute die bauhistorische Bedeutung der Brauerei hervor.

Das villenartige Empfangsgebäude, 1900 von Teichen errichtet, verkörpert mit asymmetrischem Turm und breitem Korbbogenfenster (rechts) schon den Übergang vom Historismus zum Landhausstil. Teichen hat auch an der Schultheiß-Brauerei in Prenzlauer Berg mitgearbeitet, doch sonst ist von ihm wenig Wesentliches bekannt.