Baumeister für Berlin: Gründerzeit-Spekulant Paul Haberkern

Ohne Paul Haberkern hätte Kreuzberg nicht so viele Hinterhöfe. Der Berliner Bauunternehmer und Gründerzeit-Spekulant hinterließ aber auch auf der 1874 von ihm gekauften Insel Valentinswerder seine Spuren. Sparsame kleine Pachthäuser ließ er als «Villenkolonie Valentinswerder» bauen. Am Südufer entstanden 14 Sommerhäuschen als wiederkehrender Bautyp, entweder im Burgenstil oder im ländlichen Villenstil der Nach-Schinkel-Zeit. Nach Kriegsschäden sind die wenigen Überbleibsel meist entdekoriert. So auch dieses Doppelwohnhaus von 1875, erbaut im Burgenstil mit einem Treppengiebel als Schaufassade zur Havelseite. Das Haus ist denkmalgeschützt - nicht wegen der baulichen Qualität, sondern als «Erinnerung an eine originelle spekulative Unternehmung aus der Gründerzeit», verbunden mit der «planmäßigen Parzellierung einer schönen Insel», die heute großteils in Privatbesitz ist. Haberkerns Urenkel soll bestrebt sein, die Insel natürlich zu rekonstruieren.