Wer es zuhause nett haben will, baut sich ein schönes Haus. Logisch. Architekt Erich Blunck aber dachte anders: Er baute sich 1907 eine Villa in der Burgunder Straße (Nikolassee) - und bereits 1904 hatte er dieses Nachbarhaus errichtet. So schuf sich Blunck eine angenehme Umgebung, wie man im Berliner Landesdenkmalamt anerkennt. Und dessen Experten finden dieses, das ältere Nachbarhaus sogar noch gelungener als Bluncks eigenes Heim. Insgesamt verfolgte der Architekt konsequent den Heimatschutzgedanken und schuf ein «qualitätvolles Zeugnis aus den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts». Qualität war bei Blunck sicher, er findet sich in Berlins Landesdenkmalliste zehnmal mit Kirchen-, Friedhofs-, Büro- und Wohnbauten. Blunck ging nach seinem Architekturstudium in Charlottenburg in den Staatsdienst, machte sich später selbstständig und war von 1916 bis 1937 sowie 1947 bis 1950 Professor. Weiter fungierte der Denkmalpfleger und Fachautor 25 Jahre lang als Provinzialkonservator der Mark Brandenburg. 1872 wurde er in Heide/Holstein geboren, 1950 starb er in Berlin.
Baumeister für Berlin : Erich Blunck und das Nachbarhaus
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