"Wüstenfuchs" Rommels Auto steht in Glienick

Zossen - Einst fuhr er den vielleicht bekanntesten deutschen Soldaten durch den afrikanischen Wüstensand, jetzt wird er in der brandenburgischen Ortschaft Glienick bei Zossen restauriert: der Horch 901 KSZ 21, Baujahr 1941 - das Auto, von dessen Rücksitz aus der "Wüstenfuchs" Generalfeldmarschall Erwin Rommel den Afrika-Feldzug während des Zweiten Weltkriegs dirigierte. Künftig soll es, nach beendeter Restaurierung, die Militärfahrzeug-Sammlung eines Briten schmücken.

"Als das Auto vor zwei Jahren in unsere Werkstatt kam, war es in einem üblen Zustand; nicht fahrbereit und sehr verbraucht", sagt Peter Spillner, Inhaber der Restaurierungswerkstatt in Glienick. Der ursprüngliche 8-Zylinder-V-Motor und das Getriebe fehlten, auch der Innenraum war völlig ausgeschlachtet.

"Wir haben das Fahrzeug vollständig zerlegt, dann die hölzerne Tragekonstruktion erneuert und es wieder zusammengesetzt", faßt Spillner etwa 1500 Werkstatt-Stunden zusammen. Jetzt blitzt das blanke Metall der Karosserie, demnächst soll die Außenhaut des Oldtimers wieder ihren ursprünglichen Anstrich - Wehrmachts-Grau - erhalten. Auch einen Motor hat der Firmenchef inzwischen besorgt, "aus Sammlerkreisen". Alle Teile, auch wenn sie aus anderen Fahrzeugen stammten, seien jedoch original, versichert er.

Der Horch 901 wurde in nur 50 Exemplaren gebaut und war den deutschen Spitzenmilitärs vorbehalten. Nach Einschätzung von Spillner existieren nur noch zwei weitere Fahrzeuge dieses Typs. Rommels Dienstwagen geriet mit der Niederlage der Deutschen in Afrika in die Hände eines englischen Offiziers. Jahrzehntelang wurde das Auto bei Großwildjagden benutzt, wozu es sich besonders eignete, weil sich wie bei einem Cabrio das Verdeck entfernen ließ. Vor einigen Jahren wurde der Wagen von einem Sammler in Kenia entdeckt, der ihn nach Deutschland schaffte und dort an den jetzigen Besitzer verkauft.

Unterstützung bei der Restaurierung erhielt die Werkstatt von einem, der den Wagen kennt wie kein anderer: Rommels früherer Fahrer Helmut von Leipzig. Der 84jährige erinnerte sich etwa daran, daß man die Rückbank umklappen konnte und der Horch ein äußerst robustes Fahrzeug war.

Spillners Unternehmen hat sechs Mitarbeiter. Sie restaurieren Oldtimer von der kleinen Isetta bis zu Luxusautos wie dem Horch "Imperator" von 1929, von dem es nur noch ein Exemplar gibt, das jetzt im Audi-Museum in Ingolstadt steht. "Unser Anliegen ist es, einen Beitrag zur Geschichte des Automobils zu leisten und den Glanz und Luxus seiner Zeit zu dokumentieren", sagt Spillner.

Der ehemalige Rennsport-Weltmeister Peter Rosenow hatte die Firma, die heute noch seinen Namen trägt, 1987 gegründet.