Cottbus - Cottbuser Staatsanwaltschaft und Polizei stehen offenbar kurz vor der Aufklärung eines inzwischen sieben Jahre zurückliegenden Mordes. Cäcilia Cramer-Krahforst, Sprecherin der Ermittlungsbehörde bestätigte gestern, dass ein 47-jähriger Mann aus der sächsischen Stadt Torgau - unweit der Landesgrenze zu Brandenburg - bereits seit dem 18. Dezember in Untersuchungshaft sitze. Er sei dringend verdächtig, die damals 35-jährige Petra Born aus Uebigau (Elbe-Elster) am 25. August 1995 in einem Waldstück bei Falkenberg (Elbe-Elster) umgebracht zu haben. Die Mutter von drei Kindern war am hellen Tag auf dem Heimweg nach einer Familienfeier spurlos verschwunden und wenig später erstochen im Wald bei Falkenberg gefunden worden.
Allerdings dementierte die Sprecherin Medienberichte, wonach der kaum noch erhoffte Ermittlungserfolg gewissermaßen «Nebenprodukt» eines Massengentests in einem noch länger zurückliegenden Mordfall der sächsischen Polizei vom September 1994 gewesen sei, dessen Spur auch nach Brandenburg führen könnte. Mehr als 1000 Männer aus Südostbrandenburg haben im Herbst vergangenen Jahres für das sächsische Landeskriminalamt Speichelproben abgegeben. In Sachsen waren es 9000. «Unseren Mann haben die Kriminalisten mit konventioneller Arbeit überführt», sagte Frau Cramer-Krahforst.
Die «Lausitzer Rundschau» hatte dagegen gestern unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, dass die Ermittler beim Abgleich des DNA-Materials aus dem Speicheltest mit dem an der Leiche von Petra Born festgestellten DNA-Material «unverhofft» auf den nun in U-Haft sitzenden Tatverdächtigen gestoßen sind. Dabei wollten die Ermittler aus Sachsen die Speichelproben mit DNA-Spuren abgleichen, die an den beiden Leichen der damals 17 Jahre alten Antje Köhler und deren erst 18 Monate alter Cousine Sandy gefunden worden waren. Die beiden waren im September 1994 ermordet worden, in einem Waldstück im sächsischen Zwethau, nur etwa 20 Kilometer entfernt von Falkenberg. Zu Einzelheiten wollte sich Frau Cramer-Krahforst gestern nicht äußern. Sie sagte nur, dass im November vergangenen Jahres «wieder Bewegung in den Fall gekommen ist.» Just zu dieser Zeit begannen die Speicheltest im Fall Köhler.
Zu dem Gentest im Mordfall der beiden Mädchen hatten sich die Beamten entschlossen, nachdem eine schon lange gesicherte DNA-Spur aufgrund neuer wissenschaftlicher Analysemethoden im Frühjahr vergangenen Jahres entschlüsselt werden konnte. Nun sucht sie den Träger dieser DNA.

