Hohe Haftstrafen im Rapsfeldmord-Prozess verhängt

Frankfurt (O.) - Wegen brutalen Mordes an einem 29-jährigen Mann sind gestern vor dem Landgericht Frankfurt (O.) fünf junge Männer aus Ostbrandenburg zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Sie wurden für schuldig befunden, das Opfer am 1. Juni 2002 gemeinschaftlich erstochen zu haben. Der Mann hatte die fünf damals vor einer Diskothek in Alt-Zeschdorf (Märkisch-Oderland) um eine Mitfahrgelegenheit gebeten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Täter dann beschlossen, ihr Opfer mitzunehmen, um es auf der unterwegs auszurauben. Erst schlugen sie es brutal zusammen. Als sie ihn durchsuchten, fanden sie jedoch nur einen leeren Geldbeutel. Das Opfer versuchte zu flüchten, wurde aber von dem 23-jährigen Haupttäter mit einem Messer niedergestreckt. Die bereits skelettierte Leiche fand man Wochen später in einem Rapsfeld. Der Haupttäter wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein 25-Jähriger, der das Geschehen im Rapsfeld unmittelbar verfolgt hatte, muss wegen Mordes für 13 Jahre hinter Gitter. Er hatte angegeben, in der Disko zwei Gramm Kokain konsumiert zu haben, wurde aber nach einem Gutachten für schuldfähig gehalten.

Die zwischen 19 und 26 Jahre alten Mittäter wurden wegen Körperverletzung, versuchten Raubes und Nichtanzeigen einer Straftat zu Haftstrafen zwischen fünfeinhalb und eineinhalb Jahren verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haftstrafen für zwei der Täter gefordert, für die anderen zwölf und 14 Jahre. Die Verteidiger hatte für den Haupttäter elfeinhalb Jahre und geringere Strafen für die anderen Angeklagten beantragt. Zwei der Täter mussten während der Verhandlung ihre NS-Tätowierungen auf den Fingern mit Handschuhen verhüllen. Mutter, Bruder und Witwe des Opfers hatten den Prozess mit verfolgt.

luka