- Marker, Pinsel und Malerrollen, Sprühdosen, Aufkleber und Poster: Es gibt viele Instrumente, mit denen Kunst im öffentlichen Raum hergestellt wird. Auch kleine Installationen zählen zum Bereich der Streetart. Die unerlaubt angebrachte Kunst wird entweder geduldet, häufig aber auch als Sachbeschädigung zur Anzeige gebracht.
- 1963 begann der Franzose Gérard Zlotykamien (geb. 1940) als erster Künstler überhaupt im öffentlichen Raum zu arbeiten. Zuerst mit Kreide und Pinsel, später mit Sprühfarbe, zeichnete er symbolhafte Strichfiguren auf Mauern und andere Untergründe. Inspiriert wurden diese Figuren durch die eingebrannten Schatten der Menschen nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima, ebenso durch die Judenverfolgung im Nationalsozialismus.
- Zu den Epigonen Gérard Zlotykamiens gehört auch der "Sprayer von Zürich", der Schweizer Künstler Harald Naegeli (geb. 1939). Seine auf Hauswände und Betonmauern gesprühten Graffiti wirkten damals auf viele Menschen überaus provokant. Naegelis Identität blieb lange unbekannt, denn er sprayte im Geheimen, oft über Nacht. Schließlich wurde er aber doch gefasst. Er stand 1981 vor dem Zürcher Gericht und wurde wegen wiederholter Sachbeschädigung mit einer hohen Geldstrafe und neun Monaten Haft hart bestraft.
- Zu den gegenwärtig bedeutendsten Straßenkünstlern zählt der Brite Banksy (geb. 1974). Seine Schablonengraffiti (siehe Bild) wurden in Bristol und London bekannt. Er ist zudem weltweit in anderen Ländern aktiv geworden, unter anderem in Australien, Deutschland, Israel, Italien und Jamaika.
- In Berlin macht immer wieder das Künstlerkollektiv Mentalgassi auf sich aufmerksam, die Altglascontainer mit skurrilen Gesichtern bekleben oder überdimensionale Wackelbilder auf Gitterzäunen erschaffen. Ein unbekannter Künstler montiert zudem Korkmännchen in Yoga-Positionen auf Straßenschilder, die sogenannten "Street Yogis". Die "Reclaim your city"-Crew besteht aus Streetart- und Graffiti-Künstlern, die regelmäßig zusammenkommen und auch Ausstellungen mit ihrer Kunst veranstalten.
- Beim sogenannten "Urban Hacking" werden zum Beispiel QR-Codes auf Werbeplakaten mit irreführenden QR-Codes überklebt, oder gleich ganze Werbeplakate in irgendeiner Art durch den Kakao gezogen. Einer der namhaftesten Berliner Künstler dieser Disziplin heißt Sweza.

