Bisher waren mit dem Chinesischen, Japanischen, Balinesischen, Koreanischen und Orientalischen Garten fünf exotische Anlagen aus Ländern Asiens und des Orients im Erholungspark zu bewundern.
Der neue Hecken-Irrgarten ist 1800 Quadratmeter groß. "Wir sind stolz, dass er sich als Attraktion am historischen Vorbild im Park des britischen Königspalastes Hampton Court bei London orientiert", sagt Hendrik Gottfriedsen, Chef der landeseigenen Grün Berlin Park- und Garten-GmbH. Die barocke Anlage aus dem 17. Jahrhundert in England gilt als eine der ältesten in Europa, die unverändert erhalten geblieben ist. Hecken-Irrgärten gibt es nachweislich seit der Renaissance.
Der Marzahner Irrgarten besteht aus 1225 immergrünen Eiben, die sich kunstvoll zu einer Hecke von 750 Metern zusammenfügen. Die Gehölze müssen regelmäßig beschnitten werden, um die Höhe von zwei Metern zu erhalten. Um in das Zentrum mit großem Ginkgobaum und blauem Aussichtsturm zu gelangen oder auch wieder hinaus, müssen Besucher viel Geduld aufbringen. Vier im "Nichts" endende Sackgassen und zahlreiche Abzweigungen machten gestern auch Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei) und selbst Hausherr Gottfriedsen zu schaffen. Sie verliefen sich mehrmals, bis das Ziel erreicht war. Wolf nahm es gelassen: "Das ist wie in der Politik mit ihren Irrungen und Wirrungen." Marzahner Schüler fanden den richtigen Weg schnell.
Als passende Ergänzung wurde gegenüber dem Irrgarten ein gepflastertes Bodenlabyrinth angelegt. Vorbild ist das Bodenmosaik in der gotischen Kathedrale von Chartres (Frankreich), erbaut um 1230. Im Unterschied zum Irrgarten gibt es nur einen Weg zur Mitte und wieder hinaus. Dafür verläuft er aber in vielen Windungen. Das sich im Zentrum sammelnde Regenwasser erzeugt einen "Spiegel des Himmels". Beide Anlagen wurden vom Land Berlin mit 750 000 Euro finanziert. Senator Wolf nannte diese Projekte und die Schau "Gärten der Welt" insgesamt ein Zeugnis dafür, dass "Berlin kulturelle Vielfalt leben will".
Neue Ideen für den Erholungspark Marzahn würden vom Senat "wohlwollend geprüft", versicherte er. Für Gottfriedsen hörte sich das verheißungsvoll an: "Wir möchten unbedingt noch einen europäischen Klostergarten errichten." Ein "Italienischer Renaissancegarten" ist bereits im Bau und soll 2008 eröffnet werden. Der Orientalische Garten erhält bis Anfang August einen Palast mit gläserner Kuppel, Arkadenbögen und ornamentalen Schnitzereien.
Die Schau "Gärten der Welt" wurde gestern auch offiziell als "Ausgewählter Ort 2007" ausgezeichnet. Diesen Titel verlieh die Deutsche Bank als exponierter Partner der Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen", deren Schirmherr Bundespräsident Horst Köhler ist. In einem bundesweiten Wettbewerb werden nach 2006 auch 2007 an jedem Tag insgesamt 365 Orte von einer prominenten Jury für Ideenvielfalt und Kreativität gekürt.


