Halensee: Bodenfilter soll 2006 fertig sein

Die Wasserbetriebe haben gestern mit den Bauarbeiten zum neuen Filterbecken begonnen, durch das der Halensee sauberer werden soll. Wegen der schlechten Wasserqualität darf dort bereits seit 2003 offiziell nicht mehr gebadet werden.

Die Bodenfilteranlage, die die Strabag dort errichtet, kostet drei Millionen Euro. 61 Prozent davon finanziert der Bund als Eigentümer der angrenzenden Stadtautobahn, den Rest trägt das Land Berlin.

Durch den ökologischen Filter wird ein jahrzehntealtes Problem gelöst, denn seit dem Bau der Stadtautobahn werden die etwa 100 000 Kubikmeter jährlichen Regenabwässer von 28 Hektar versiegelter Fläche mehr oder weniger direkt in den mittlerweile nur noch etwa zehn Meter tiefen See geleitet.

Das Filterbecken wird 2200 Quadratmeter groß und wird aus mehreren Schichten bestehen: oben aus Kalksteinen mit einer Schilfbepflanzung, in der Mitte eine Sandschicht sowie eine Kiesschicht, durch die das gereinigte Wasser dann über Drainageleitungen in den etwa sechs Hektar großen See fließt. Die gelösten Verunreinigungen wie Phosphor, Stickstoff und Schwermetalle werden im Filter gebunden. "Es wird klar wie Quellwasser sein und das Seewasser nachhaltig verbessern", erläuterte Agnes Kummelt von den Berliner Wasserbetrieben. Sie schätzt, daß es etwa zwei bis drei Jahre nach der Inbetriebnahme des Bodenfilters im November 2006 dauern wird, bis im Halensee offiziell wieder gebadet werden darf. Rund 30 Bäume müssen für den Filter gefällt werden. Als Ausgleich dafür werde der Uferwanderweg parallel zur Trabener Straße um 300 Meter verlängert, so der Leiter des Grünflächenamtes Christoph-Maria Maasberg. Die etwa 10 000 Quadratmeter große FKK-Liegewiese wird wegen des Filters 300 Quadratmeter kleiner. Der Findling, der an den Namensgeber des Parks, an den Politiker Karl Rudolf Friedenthal erinnert, wird versetzt. In einem neuen Absetzbecken an der Trabener Straße wird das Regenwasser grob vorgereinigt, bevor es Pumpen zum Rückhaltefilter transportieren.