BASF zieht in den Narva-Turm

Eines der spektakulärsten Hochhäuser des neuen Berlin bekommt nach jahrelangem Leerstand einen neuen festen Mieter: Der Chemiekonzern BASF zieht mit seinem europäischen Dienstleistungszentrum in den Lichtturm auf dem ehemaligen Narva-Gelände in Friedrichshain, das heute Oberbaum-City genannt wird. BASF verkündete das Ergebnis der Standortsuche im Berliner Osten gestern in Mannheim.

Zunächst werden Anfang August 30 Mitarbeiter die ersten 1000 Quadratmeter im Turm beziehen. Bis 2007 soll die Mitarbeiterzahl auf bis zu 500 ansteigen. Das BASF-Servicezentrum wäre damit einer der größten Ansiedlungserfolge Berlins in den vergangenen Jahren. Der bunt beleuchtete Glas-Quader, entworfen von den Architekten Schweger und Partner, wurde im Jahr 2000 fertiggestellt und ist 21 Meter hoch. Insgesamt ragt der Narva-Turm 63 Meter in den Himmel. Einst repräsentierten hier Vorzeigeunternehmen der New Economy wie die Internet-Firma Pixelpark. Zuletzt diente der Turm aber nur noch sporadisch als Raum für Partys und Veranstaltungen. Mit dem Einzug von BASF, das bei seiner Standortentscheidung Berlin Alternativen in Polen und der Slowakei vorzog, vollzieht sich ein Stück Strukturwandel. Bis zur Wende produzierte hier Narva die Glühlampen für die DDR und einen großen Teil des ehemaligen Ostblocks. 1992 wurde das Werk geschlossen, 5000 Menschen verloren ihren Job.

Immobilienentwickler verwandelten die Etagenbauten hinter dem U-Bahnhof Warschauer Straße für eine halbe Milliarde Euro in einen Büro- und Gewerbestandort. Aber die Krise der Internetwirtschaft traf auch das Narva-Gelände. Viele Etagen verloren ihre Mieter. Heute arbeiten nach Angaben einer Sprecherin des Eigentümers, der HVB Immobilien, in der Oberbaum-City 50 Firmen. Die Räume seien zu 70 Prozent vermietet.

jof