Die Villa, in der Zarah Leander (1907-1981) fünf Jahre lebte, ist abgerissen worden. Von dem Haus am Wildpfad 24 ist nur noch ein Haufen Bauschutt übrig, der auf einer Recyclinganlage in Bredow bei Falkensee landet. Für den Zarah-Leander-Verehrer und Chronisten der Diva, Paul Seiler, war deshalb gestern ein schwerer Tag. "Es tut weh zu hören, daß die Villa, in der sie von 1937 bis 1941 gelebt hat, nicht mehr steht", sagt der gebürtige Schweizer, der die Filmdiva gestern vor 50 Jahren bei einem Konzert in Luzern kennenlernte. Ungefähr 50mal habe er sie getroffen.

Für Seiler war das Haus am Rande des Grunewalds mit vielen vertrauten Details behaftet. Dort sei Zarah Leander morgens mit einer großen Limousine von der Ufa nach Babelsberg abgeholt worden. Dort habe sie die Drehbücher zu Ufa-Filmen wie "Eine rauschende Ballnacht" oder "Das Herz einer Königin" studiert, auf dem Flügel Lieder wie "Kann denn Liebe Sünde sein" intoniert und natürlich auch ihre berühmten Feste gefeiert.

Die Glanzzeit des Gebäudes, das nicht unter Denkmalschutz stand, war aber wohl schon länger vorbei. In den letzten Jahren hatte es leergestanden. Davor diente es als Altenpflegeheim und Polizeiwache. Die Abbruchgenehmigung aus dem Jahr 1999 ist nach Auskunft von Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) mehrfach verlängert worden. Ein Antrag auf Neubebauung liege nicht vor.

bsm