Von dem Baufortschritt hat sich gestern auch Bezirksbürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) überzeugt. Die erste Hälfte der fast 100 Jahre alten Industriehalle ist so gut wie fertig saniert. "Dort wird ein Büro mit Lager einziehen", sagt Bauleiter Achim Rothe von der Immobilienverwaltung Engel & Rothe. 1,5 Millionen Euro investierte das Unternehmen in den ersten Bauabschnitt. Viel Glas, aber auch alte Steine seien verwendet worden, sagt Rothe.

Mit der Sanierung der zweiten Hälfte soll erst begonnen werden, wenn ein künftiger Nutzer oder Mieter feststeht. "Es gibt viele Möglichkeiten und Anfragen, aber noch keinen Vertrag", sagt der Bauleiter. Eventgastronomie, Hallenfußball, Fitness oder auch eine Ausstellungshalle - vieles sei allein aufgrund der Größe der Halle vorstellbar. Der Ausbau werde auf jeden Fall in Abhängigkeit von der gewünschten Nutzung erfolgen. Die lichte Deckenhöhe der denkmalgeschützten Halle beträgt immerhin neun Meter.

In der Kanonenhalle wurde 1917 die Produktion aufgenommen. Die Firma Borsig musste nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges das Heer beliefern. Weil die Werkstätten und Hallen dafür nicht ausreichten, begann man 1916 mit dem Bau neuer Gebäude, darunter der Kanonenhalle. Die offene Halle wurde bis in die 90er-Jahre industriell genutzt. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Borsiggelände war in der Nachkriegszeit teilweise wieder aufgebaut worden. Die Kanonenhalle gehört zu einer der wenigen Bauten, die größtenteils in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben sind.

kla