Wertvolle Skulpturen aus Gotischem Haus gestohlen

Bei einem dreisten Kunstdiebstahl hat ein bisher unbekannter Täter zwei wertvolle Bronzeskulpturen aus dem Gotischen Haus an der Breiten Straße in der Spandauer Altstadt gestohlen. Die Tat ereignete sich bereits am vergangenen Sonnabend, wurde aber weder vom Kunstamt noch vom zuständigen Kulturstadtrat Gerhard Hanke (CDU) bekannt gegeben.

Bei den gestohlenen Skulpturen handelt es sich um die Bronze "Gret Palucca" von Ottilie Wollmann sowie um die "Nymphe 1" von Karin Hertel. Beide Figuren sind etwa 25 Zentimeter hoch und haben einen Wert von jeweils zirka 1200 Euro. Sie waren Exponate der Ausstellung "Das Ewig Weibliche", die derzeit im Gotischen Haus gezeigt wird.

Der Diebstahl ereignete sich am Sonnabend vermutlich zwischen 14 und 15 Uhr. Ursula Hollop, die die aus Privatbesitz stammenden Ausstellungsstücke zusammengetragen hat, befand sich zu dieser Zeit als einzige Betreuerin der Exposition in einem Nebenzimmer des Gotischen Hauses, um einer Besucherin Bilder zu erläutern. Hollop: "Mir war zuvor ein junger, ungepflegt wirkender Mann aufgefallen, weil er schon oft in der Ausstellung gewesen war, sich stets in der Nähe der dann gestohlenen Skulpturen aufgehalten hat und sich offenbar nur für sie interessiert hatte." Als sie sich im Nebenraum aufgehalten habe, so Frau Hollop weiter, habe es durchaus die Möglichkeit gegeben, in einem günstigen Moment die Statuen zu stehlen.

Neben dem ideellen ist für die Kunstfreundin auch ein bedeutender materieller Schaden entstanden: Die Kunstwerke waren nicht versichert; Ursula Hollop muss sie ersetzen. Allerdings kann sie dabei mit der Unterstützung des Kunstamtes rechnen. Andrea Theissen, Amtsleiterin: "Selbstverständlich werden wir ihr finanziell dabei helfen." Ursula Hollop (Tel.: 321 74 70) will für die Wiederbeschaffung der Werke eine Belohnung aussetzen. Sie sagt zu, alle Anrufe vertraulich zu behandeln.