Die letzte unterbrochene Ost-West-Verbindung im Norden Berlins wird heute geschlossen. Nach fast neunjähriger Bauzeit verbindet die Behmstraßenbrücke jetzt wieder die Ortsteile Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen. Um 10 Uhr wird sie für den Autoverkehr freigegeben. Das zwölf Millionen Euro teure Bauwerk, zu 96 Prozent finanziert von der Deutschen Bahn, soll die Brücke an der Bornholmer Straße im Norden und den Gleimtunnel im Süden entlasten. Während die Anwohner dort hoffen, künftig weniger Verkehr vor ihren Haustüren zu haben, befürchten Bewohner der Behmstraße und Schivelbeiner Straße eine höhere Belastung durch Lärm und Abgase.

Nachdem sich in den vergangenen Jahren immer wieder Protestgruppen formiert hatten, ist es in der letzten Bauphase allerdings ruhiger um die Brücke geworden. Geschäftsleute wie der Wirt André Kemnitz hoffen nun sogar auf eine wirtschaftliche Belebung des Kiezes rund um die Schivelbeiner Straße, die seit dem Mauerbau als Sackgasse an der Brücke endete. Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) sieht in der Brücke gar ein Symbol für das Zusammenwachsen der Stadt. Zur Eröffnung wird der Senator allerdings nicht an die Behmstraße kommen. Die solle, sagt Strieder-Sprecherin Petra Reetz, «ohne offiziellen Festakt» erfolgen.

Bereits 1994 wurde mit dem Abriss der baufälligen Behmstraßenbrücke und dem Neubau an gleicher Stelle begonnen. 194 Meter lang und 20 Meter breit überspannt die Brücke die S-Bahn-Gleise zwischen Bornholmer Straße, Gesundbrunnen und Schönhauser Allee. Über mehrere Jahre ruhten die Bauarbeiten, weil wegen der Gleise auf der Ostseite der letzte Brückenpfeiler nicht gebaut werden konnte. Erst mit der Fertigstellung des S-Bahn-Rings konnten die Arbeiten im vergangenen Jahr fortgesetzt werden.