Personalien

HU-Präsident Olbertz tritt nicht mehr zur Wiederwahl an

Der Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), Jan-Hendrik Olbertz, ist mit seinen Reformplänen für die Verwaltung der Universität an seine Grenzen gestoßen. Wie die Universität am Donnerstag mitteilte, wird Olbertz für eine weitere Amtsperiode nicht zur Verfügung stehen. „Es gibt in den Gremien der Universität keine Mehrheit für ein Kernanliegen von mir – die Wiedereinführung einer Gesamtzuständigkeit und -verantwortung für die zentrale Verwaltung nach dem Kanzlermodell. Eine solche professionelle Gesamtverantwortung halte ich jedoch für unabdingbar“, sagte der HU-Präsident zur Begründung seiner Entscheidung.

Derzeit besteht das Präsidium der Humboldt-Universität aus einem Präsidenten und drei Vizepräsidenten. Olbertz kritisierte, dass der Vizepräsident für Haushalt, Personal und Technik für die zentrale Universitätsverwaltung nicht die Gesamtverantwortung trage, wie die Kanzler an anderen Universitäten.

Bundesweit haben 65 der 77 großen Universitäten einen Kanzler oder eine Kanzlerin, fünf mit einem hauptberuflichen Vizepräsidenten ein vergleichbares Modell, nur sieben arbeiten mit Vizepräsidenten wie die HU, die die Verantwortung auch für das Budget ressortbezogen teilen, sagte die Kanzlerin der Technischen Universität Berlin, Ulrike Gutheil, auf Anfrage. „Kanzler haben die Gesamtverantwortung für den Haushalt einer Universität, können den Überblick über die Geldströme behalten und in ihrer zehnjährigen Amtszeit auch Reformen durchführen.“ Für diese Posten brauche man echte Profis mit Verwaltungs- und Führungskompetenzen.

Mit seinem Vorstoß konnte Jan-Hendrik Olbertz sich gegenüber den HU-Gremien nicht durchsetzen. Er werde das Präsidentenamt planmäßig bis Mitte Oktober fortsetzen und es anschließend an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger übergeben, teilte die Pressestelle der HU mit. Ein Datum für die Wahl des Präsidenten stehe noch nicht fest. Geplant sei ein Termin für Ende Juni oder Anfang Juli. Olbertz wurde im Oktober 2010 zum Präsidenten der Humboldt-Universität gewählt. Der 60-Jährige führte die HU zum Erfolg in der dritten Förderlinie „Zukunftskonzepte“ im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern. Seit 2012 ist die HU eine von insgesamt elf sogenannten Exzellenzuniversitäten in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurde unter seiner Führung eine Fakultätsreform umgesetzt.