Bekannt ist Margot Friedländer durch ihr autobiografisches Buch „Versuche, dein Leben zu machen!“ Auf der Führung liest sie an sieben Stationen ihrer Berliner Zeit ausgewählte Passagen des Buches. Die 30-minütige Stadtführung mit dem Smartphone beginnt in der Skalitzer Straße in Kreuzberg, wo sie als junges Mädchen gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder wohnte. Als sie im Januar 1943 als damals 21-Jährige nach Hause kam, waren kurz zuvor ihr Bruder und ihre Mutter verhaftet worden. Was ihr blieb, war ein Zettel der Mutter mit den Worten „Versuche, dein Leben zu machen“.
Für Margot Friedländer war das eine klare Aufforderung, in den Untergrund zu gehen. Die folgenden Stationen, vor allem in Charlottenburg, führen zu den Orten, wo die junge Frau von Helfern versteckt wurde. Die Tour endet am Holocaust-Mahnmal am Brandenburger Tor. Nachdem sie von einem Spitzel verraten worden war, wurde sie 1944 nach Theresienstadt deportiert. „Ich hoffe, dass ich durch die moderne Form noch ein ganz anderes Publikum erreichen kann als durch das Buch“, sagte Margot Friedländer am Dienstag bei der Vorstellung der kostenlosen Smartphone-App.
Anbieter ist die Firma Yopegu. Der Name steht für „your personal guide“. Die Firma hat sich spezialisiert auf Audioguides, die per App auf das Smartphone geladen werden können. Die Nutzer lokalisieren auf einer Straßenkarte ihren Standort und werden so zu den Sehenswürdigkeiten, Museen oder Institutionen in der Nähe geführt. Neu im Angebot ist auch die Hörführung zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, zum Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen und zum Denkmal der im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. Die Führungen werden auch in Gebärdensprache angeboten.
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