Ausflugstipp

Von Kohlhasenbrück nach Steinstücken

Ein Ausflug zur deutsch-deutschen Geschichte beginnt an der S-Bahn-Station Griebnitzsee in Babelsberg.

Wir wandern die Rudolf-Breitscheid-Straße nach rechts in Richtung Berlin. Auf der Neuen Kreisstraße geht es weiter, vorbei am Ortschild Berlin und der ersten Türmchenvilla dahinter. Hier stand bis 1990 die Mauer. Es folgen neue oder sanierte Villen. Nach etwa einem Kilometer biegen wir rechts in die Bäkestraße und 300 Meter weiter wieder rechts in den Königsweg ab. Wir sind in der zu Wannsee gehörenden Ortschaft Kohlhasenbrück. Sie war während der deutschen Teilung über die Alsenbrücke am Pohlesee, die Hubertusbrücke beim Stölpchensee und die Böckmannbrücke über den Teltowkanal von West-Berlin aus zu erreichen. Hier, im Königsweg/Ecke Bäkestraße , erinnern Stelen mit Informationstafeln an die ehemalige, zur Bundesrepublik gehörende Exklave Steinstücken in der DDR.

Wir folgen dem Königsweg, und lesen am kahlen Eichbaum in Höhe 313 die Inschrift der eisernen Tafel „Kohlhas-Eiche. Gepflanzt am Sedantage 1873 an Stelle der eingegangenen, aus dem 15ten Jahrhundert stammenden alten Kohlhas-Eiche“ . Der Baum ist eine Nachpflanzung der sagenumwobenen Eiche, die 1870 von einem Blitz getroffen wurde. Die heutige Eiche pflanzte Bernhard Beyer, der Begründer von Kohlhasenbrück. Und so geht es weiter, ältere und jüngere Geschichte verbindend, in Richtung Steinstücken, nicht ohne im Königsweg das rote Haus zu bewundern, das bis 1960 einen Kolonialwarenladen beherbergte.

Man muss schon wissen, dass die Bernhard-Beyer-Straße nach Steinstücken einmal eine der am besten bewachten Straßen Deutschlands mit Mauer und Schlagbaum war. Nichts deutet mehr darauf hin. An der Bernhard-Beyer-Straße 12 ist das vom Berliner Architekten Erich Mendelsohn 1927/28 für den Arzt Curt Bejach erbaute Landhaus zu bewundern. Es ist heute Sitz der Mendelsohn-Stiftung. Zurück zum S-Bahnhof Griebnitzsee geht es in zehn Minuten. Man biegt links von der Bernhard-Beyer- in die Stahnsdorfer Straße ein und nach etwa 300 Metern rechts ab über den Parkplatz der Universität Potsdam zum Bahnhof.