Wuhlheide

Mehr Transparenz und Mitbestimmung bei der Parkeisenbahn

Glaswände im Bahnhofsgebäude der Parkeisenbahn sollen für mehr Transparenz sorgen. Ein Ruheraum nur für Kinder wird eingerichtet. Pädagogen werden engagiert. Erwachsene Parkeisenbahner sollen künftig nicht mehr für längere Zeit mit Minderjährigen allein sein.

"Wir wollen Situationen vermeiden, die sexuellen Missbrauch möglich machen", sagte Klaus Ulbricht, ehemaliger Bürgermeister von Treptow-Köpenick, am Mittwoch bei einem Gespräch über die Zukunft der Museumsbahn. Ulbricht, 73 Jahre alt, ist von der Senatsjugendverwaltung beauftragt, die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und die weitere Entwicklung der Parkeisenbahn Wuhlheide zu begleiten.

Bislang gebe es kaum ein Mitspracherecht für die jungen Parkeisenbahner, sagte Ulbricht. Nun werde eine Art Personalvertretung gegründet, der je zwei Kinder, Jugendliche und Erwachsene angehören. Das Beratungsteam "Berliner Jungs", das sich dem Schutz von Kindern vor pädophilen Übergriffen widmet, habe mit allen Mitarbeitern und den Kindern und Jugendlichen der Parkeisenbahn gesprochen, sagte Ulbricht. Die Situationen, durch die es möglich wurde, dass Kinder und Jugendliche erpresst werden konnten, seien analysiert worden. "In der Hierarchie der Bahn ergeben sich, wenn man nicht genau aufpasst, persönliche Abhängigkeiten." Einzelentscheidungen von Erwachsenen über Kinder dürfe es nicht mehr geben, forderte Ulbricht. Die Parkeisenbahn habe jetzt eine Kinderschutzbeauftragte. Staatssekretärin Sigrid Klebba sagte, es müsse dafür gesorgt werden, dass die Parkeisenbahn künftig die Anforderungen an einen freien Träger der Jugendhilfe erfülle. Die gemeinnützige GmbH bekommt jährlich eine Zuwendung von rund 16.000 Euro vom Senat.

Seit Ende 2010 ist bekannt, dass es mehrfach zum Missbrauch von Kindern und Jugendlichen bei der Museumsbahn gekommen war. Die betreffenden Mitarbeiter erhielten Hausverbot. Mehrere Täter wurden bereits verurteilt. Derzeit lassen sich 21 Kinder und 43 Jugendliche bei der Parkeisenbahn als Schaffner, Stationsvorsteher oder Techniker ausbilden. Am 24. März ist Saisonstart.